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Der Hirte mit dem goldenen Herzen



Der Hirte mit dem goldenen Herzen

Es war einmal ein junger Ziegenhirte.
Sein Zuhause war eine einsame Alm tief im Gebirge.
Hingebungsvoll und mit viel Liebe hütete er seine kleine Herde.
Arm war er und hatte keine Eltern mehr; aber der Herrgott hatte
ihm in seine Armut ein gutes Herz, ein paar blanke Augen und
einen hellen Verstand gegeben.
Menschen sah der junge Hirte in seiner Einsamkeit nur selten; dann und wann kam einmal ein Fremder, dessen Weg über die grünen Bergwiesen führte, angelockt durch des jungen Hirten liebliches Flötenspiel vorbei. Aber jeder, der mit dem hübschen blauäugigen Jüngling ins Gespräch kam, mochte ihn gerne und wunderte sich über die Worte voll Güte, Weisheit und Verstand, die aus seinem Munde kamen.
So blieb es auch nicht aus, dass man bald weit und breit von dem gütigen und klugen Hirtenknaben im Gebirge sprach. Ein goldenes Herz habe er, so wurde gemunkelt.
Nun war es vorbei mit seiner Ruhe denn viele Ratsuchende machten sich auf den Weg zu ihm.
Für jeden hatte dieser ein offenes Ohr und Herz.
Auch konnte er allen Kummer und auch das Leid verstehen. Unermüdlich erteilte er Ratschläge aber vergaß niemals darüber, seine Ziegen zu versorgen. Nur etwas war ihm zuwider. Es machte ihn traurig, wenn jemand meinte, ihm Taler schuldig zu sein.
Er verlangte lediglich als Dank, das Versprechen, so zu handeln, wie er es dem Hilfesuchenden angedeihen ließ.
Auch die Königin des Landes hörte von ihm.
Eines Tages erschien ihr Bote bei dem Jüngling mit der Bitte, sogleich zu ihr zu kommen.
„Ich will es gerne tun!“ entgegnete dieser bereitwillig, wenn du solange hier bleibst und für meine Ziegen sorgst, bis ich zurückkehre.“
Damit der Wunsch seiner Königin alsbald erfüllt würde, blieb der Bote bei der Herde, und der Hirte machte sich auf den Weg.
Am nächsten Tag hatte er ihr Schloss erreicht und trat sittsam und bescheiden, aber ohne Furcht vor die hohe Frau.
„Sei gegrüßt, Hirte mit dem goldenen Herzen,“ sprach die Königin und ihr Blick ruhte mit Wohlgefallen auf dem hübschen Jüngling. „Viel schon hörte ich von dir, nun beweise es mir, ob die Menschen recht haben ; denn alle die dich besuchten, rühmen dein goldenes Herz und deinen Verstand. Heute möchte ich dich nun selbst um Rat fragen. Ich habe Tage und Nächte nachgedacht, doch weiß ich keine Antwort.“
Bei diesen Worten zog sie ein kleines goldenes Kästchen aus ihrem Gewande, öffnete es und zeigte seinen Inhalt dem staunenden Hirten.
Es beherbergte drei Edelsteine in den Farben grün, rot und blau.
„Siehe“, fuhr die Königin fort, diese Edelsteine schickte mir meine Patin, die liebe Fee Stine, damit ich von den dreien mir einen auserwähle.
Jeder Stein besitzt eine wundersame Kraft, die dem zuteil wird, der ihn trägt. Nun sage du mir, welcher wohl der wertvollste sein mag. Welchen davon soll ich behalten?“
Der Hirte nahm zuerst den grünen Stein aus dem Kästchen, betrachtete ihn nachdenklich und sprach: „Es ist ein Smaragd, das Sinnbild für Hoffnung, und es gibt dem, der ihn trägt, die süße Hoffnung im Herzen. Sicher, nichts kann süßer sein als die Hoffnung! Doch der wertvollste dieser Steine ist er nicht Frau Königin –denn die Hoffnung stirbt in der Erfüllung!“
„Wer sagt dir das?“ fragte verwundert die Königin.
„Dies sagte mir die Kirschblüte, die sich im Frühjahr voller Hoffnung erschloss, und die starb, als sie zur Frucht sich bildete“, antwortete der Jüngling.
Er legte den Smaragd in das Goldkästchen zurück und nahm den roten Stein in seine Hand. Auch diesen betrachtete er eine Weile, dann sprach er: „Es ist ein Rubin und schenkt dem, der ihn trägt, die Liebe ins Herz. Was ist seliger als die Liebe? Und doch, Frau Königin, dieser Stein ist der wertvollste nicht, denn die Liebe stirbt oft im Leid!“
„Wer sagte dir das?“ fragte wieder erstaunt die Königin.
„Das sagte mir die stolze Rose, die im Sommer voller Schönheit blühte, und die der Sturm gebrochen“, antwortete der Jüngling und legte den Rubin in das Kästchen zurück.
Nun nahm er den blauen Edelstein in die Hand und auch diesen prüfte er lange und nachdenklich. Dann sprach er: „Es ist ein Saphir, das Sinnbild der Treue, und schenkt dem, der ihn trägt, die kostbare Treue ins Herz. Süß ist die Hoffnung; selig ist die Liebe! Aber kostbarer als beide ist die Treue, denn sie ist ewig!
Darum rate ich dir, diesen Stein zu wählen, er ist der rechte!“
„Wer sagte dir das?“ fragte aufs höchste erstaunt die Königin.
„Das sagte mir der Abendstern, der in unveränderter Klarheit jeden Abend über meiner kleinen Hütte steht.“ erwiderte der Jüngling.
Die Königin spürte in ihrem Herzen eine tiefe Zuneigung zu diesem einfachen Hirten. Sie war tief gerührt von der Weisheit seiner Worte.
„Ich wähle den blauen Stein und werde ihn immer tragen, damit mir seine Wunderkraft zu eigen werde“, sprach sie. Dich aber Jüngling, will ich fürstlich belohnen. Bleibe bei mir und führe fortan das Leben eines Edelmannes.
„Meine Freiheit und meine Tiere sind mein höchstes Gut!“ erwiderte da der Hirte, deshalb erbitte ich als Lohn, lasst mich zurückkehren zu meiner Wiese, meinen Ziegen und der kleinen Hütte.
So geschah es dann auch, und wenn man ganz still ist, kann man ihn spielen hören auf seiner Flöte, den Hirten mit dem goldenen Herzen….

© Celine Rosenkind

Nickname 20.07.2009, 16.02

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