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Der Pressetermin

Der Pressetermin

Lizzy, die ewig beflissene Labormaus, so nannte Robert sie,war heute besonders aufgeregt.
Seit nunmehr fünf Jahren war dieser nörgelnde große Mann im Rollstuhl, der Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben.
Ein Pressetermin war für den heutigen Tag angesagt und es sollte alles perfekt sein.
Prüfend sah sie sich im Zimmer um.
Ja, die goldenen Pokale funkelten so, wie es sein sollte.
Der von ihr ausgesuchte Platz war perfekt. Gewiss würden sie den Reportern sofort auffallen.
Alles schien perfekt, jedenfalls war Lizzy davon überzeugt.
Robert indessen saß stumm in seinem verhassten Gefährt, welches vor einem Tisch, mit Zeitschriften und Frischobstteller bestückt, geparkt war.
Wie gerne hätten seine Hände, zu Fäusten geballt, einmal auf die Tischplatte geschlagen.
Sein Mund einmal losgebrüllt, wie sehr er ihm verhasst war, dieser ganze Rummel.
Heute jedoch hatte er eingeladen.
Heute sollte es die ganze Welt erfahren!
Heute wollte er diesem Spuk ein Ende machen!
Seit er denken konnte, wurde er von der Presse begleitet.
Robert das Wunderkind war allen Medien ein Begriff. Er brachte die Mediziner zum Staunen,
als er mit 5 Monaten stolperfrei die ersten Schritte alleine machte.
Schnelligkeit schien sein Leben zu bestimmen. Auch wollte das Wachsen seines Körpers, sich nicht an vorgegebene Zeiten zu halten. Der Pfarrer meinte, Roberts Eltern seien gesegnet mit solch einem Multitalent. Nun ja, sie waren sehr fromm gewesen. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie Großeltern, Onkels und Tanten rätselten, woher er diese ganzen Veranlagungen habe.
Keiner in seiner Schule konnte schneller laufen als er.
Keiner konnte im Basketballverein höher springen und somit die Körbe besser treffen.
Keiner war mit der Schule schneller fertig als er.
Schneller, höher, weiter, diese Gaben schienen ihm in die Wiege gelegt zu sein.

Vater und Mutter waren kleine, untersetzte, ja fast dicke Menschen gewesen. Als Beamter war Vater niemals an Sport interessiert gewesen.
Dafür hatte er, Robert, viele Pokale gewonnen. Er war der Stolz seiner Eltern, seiner Schule und später eines ganzen Landes.
Dann kam er, jener verhängnisvolle Tag.
Früher als erwartet war Robert nach Hause gekommen.
Seine Eltern waren noch nicht von der Urlaubsreise zurück und Robert leerte den Briefkasten.
Ein brauner dicker Briefumschlag weckte sein Interesse.
Als Absender war ein Forschungslabor aus den USA benannt.
Neugierig öffnete er den Umschlag und fand einen dicken Fragebogen.
Wie schnell eine heile Welt in Scherben gehen kann, erinnerte sich Robert.
Gerne hätte er sein Geheimnis hinausgeschrien in die ganze Welt.
Jene bestraft, die ihm das angetan hatten. Seine Eltern hatten nie erfahren, dass er die Wahrheit kannte.
Nein, das brachte der große Mann nicht übers Herz.
Er fühlte sich betrogen. Glaubte zu wissen, dass er die ganzen Jahre in einer Scheinwelt gelebt hatte.
Nicht einmal der Versuch diesem aufgezwungenen Leben ein Ende zu machen war ihm gelungen. Statt einen richtigen Abgang hinzulegen, saß er nun gelähmt in diesem verhassten Stuhl.
Er hatte es nicht richtig in Angriff genommen war seine traurige Schlussfolgerung.
Zu viele Emotionen machten ihm viele Dinge unmöglich.
Die einzige kleine Schwachstelle, die man bei seiner Zeugung, nicht bedacht hatte,
wurde ihm somit zum Verhängnis.
Heute war sein Tag gekommen. Heute sollten es alle erfahren, um daraus zu lernen.
Die Mischung im Reagenzglas 937 war nicht ausgewogen, war ein Kunstfehler.

Menschen mit den Eigenschaften, höher, schneller, weiter, sollte man mit weniger Herz züchten …

Urheberrecht Celine Rosenkind

Nickname 09.07.2009, 13.41

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glaub mir nur
die Sonne scheint
vom Strahlen ist sie
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wie auch ein Mensch
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das muss man nur erkennen
er ist des Lebens tiefster Sinn
egal wie wir ihn nennen

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lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
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Meistens bete ich ganz leise
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Gestrandete Schiffer landen am Charakter wie an einem Fels, anstürmende scheitern an ihm wie an einem Fels.

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