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Die Regentonne

Die Regentonne

Unterm Scheunendach ganz hinten
gezeichnet von Beulen, mit Rost beschlagen,
wenn man mich suchte, hier war ich zu finden,
besonders nach langen Regentagen.

Denn wenn die Sonne aufs Wasser schien,
dann lockte das Funkeln so manches Getier,
oft meint ich da hätte doch jemand geschrien,
mit einem Stock bewaffnet hielt Wache ich hier!

Hier war ich der Held und Retter zugleich
groß und mächtig kam ich mir hier vor,
meine Kämpfe und Siege machten mich reich,
ich hatte für alle ein Herz und ein Ohr.

Wie magisch vom Sonnenlicht angezogen,
wohl denkend es wäre ein prachtvolles Ding,
kam Biene und Schmetterling angeflogen,
bevor es im Regenwasser ums Leben ring.

Auch liess sich von unsrem Kastanienbaum
manch garstige eklige Spinne blenden,
sie webte herab sich in den nassen Traum,
nicht wissend sie müsse grausam verenden.

Doch da stand ja ich mit langem Ast,
stand Wache um zu retten das Leben,
und half manchem unfreiwilligen Gast
wieder in die Sonne zu schweben.

Ich hatte auch einen kleinen Tisch
für besonders kranke Patienten,
erklärte gewichtig,: “du bist doch kein Fisch
um in der Tonne im Wasser zu enden.“

Nur vor den Spinnen da hatte ich Angst,
besonders so schwarze, hässliche und fette,
doch war mir klar, wie das ist wenn man bangt,
und dass es gut ist, wenn auch diese ich rette!

Noch war ich ein Kind, doch ich hatte begriffen,
dass man Leben soll retten und nicht zerstören,
wie schön ist doch helfen ohne betteln zu müssen,
auf sich selbst und nicht auf die anderen hören.

Und noch etwas habe ich früh begriffen
dies scheint das Wichtigste mir zu sein,
dass funkelnde Dinge nicht schön sein müssen,
denn ach wie oft trügt uns der Schein!

Unterm Scheunendach ganz hinten
gezeichnet von Beulen, mit Rost beschlagen,
wenn man mich sucht, hier bin ich zu finden
besonders nach langen Regentagen.


Urheberrecht Celine Rosenkind

 

Nickname 29.07.2009, 19.14

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