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Ausgewählter Beitrag
Nur eine Mutter?
Ein Menschenleben
Zweiundsiebzig lange Jahre
ist durchs Leben sie gerannt,
zweiundsiebzig lange Jahre,
man hat ihr soviel abverlangt.
Immer nur im Lärm der Großstadt
zog sie sieben Kinder auf,
schlechte Luft, die ihr nicht gut tat,
nahm sie all die Zeit in Kauf.
Heute ist sie alt und müde,
allein ist sie tagein tagaus.
Der Mann, den sie ein Leben liebte,
liegt auf dem Friedhof hinterm Haus.
Die Kinder gehen eigene Wege,
zum Rasten fehlt ihnen die Zeit,
sie haben keine Lust zur Pflege,
wissen nicht mal, was Mutter noch bleibt.
Zweiundsiebzig lange Jahre
wünschte sie sich insgeheim,
dass nur ein wenig Zeit sie habe,
manchmal ganz allein zu sein.
Nur, um einmal abzuschalten
wünschte sie ein wenig Ruh’,
die Stille ist kaum auszuhalten,
die Tür des Lebens, sie schlug zu.
Am Fenster sitzend sieht sie traurig
die Kinder toben, hört Hundegebell,
wünscht sich die lauten Tage zurück,
denn sie vergingen viel zu schnell.
So hat ein jedes Ding zwei Seiten,
wie alles hier auf dieser Welt.
Man muss es nur erst mal begreifen,
bevor der letzte Vorhang fällt.
Urheberrecht Celine Rosenkind
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Kommentare zu diesem Beitrag
Ein echt schönes Gedicht
Es hat mir wirklich gut gefallen und teilweise hatte ich die Bilder wie eine Fotografie in meinem Kopf. Es würde mich freuen noch mehr von der Sorte zu lesen.vom 31.01.2010, 00.32
Traumhaftes Gedicht. Habe mich in der Schule nie für Gedichte interessiert und jetzt so seit zwei Jahren kann ich nicht mehr genug davon bekommen. Hoffe es folgen noch weitere.
vom 29.01.2010, 10.56
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Verbitterung ist oft nichts weiter als die Verwirrung der Jugend, die die Zeit überdauert hat.
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Liebe Silvia,
was für eine wunderschöne Geschichte!
Ich kenne Nonnen, die als Betreuerinnen im Altenheim die Liebe GOTTES weitergeben.
Dort herrscht eine ganz besondere Atmosphäre und die alten Menschen sind dort so richtig zufrieden, da die Nonnen ihnen viel mehr Zeit schenken.
DANKE für diese ganz besondere Geschichte!
Ganz liebe Grüße
Claudi
vom 07.02.2010, 11.31