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Lissi, eine wahre Geschichte



Wenn ich an alle Tiere denke, die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben, dann möchte ich mit Lissi anfangen.
Es war wieder einmal kurz vor Ostern und ich tobte mit den kleinen Ziegen über unseren Hof. Sie sind so niedlich, nicht nur wenn sie klein sind.
Ich kenne kein Kind, welches nicht sofort in den Bann gezogen wird, von diesen kleinen Ziegen.
In meiner Freude hatte ich fast vergessen, dass sie bereits alle verkauft waren um als Osterbraten die Tische zu zieren.
Ich habe mich auch immer strikt geweigert, Fleisch oder Wurst zu essen.Ein Tier zu töten um es zu essen das wollte ich nicht verstehen. Ich konnte es nicht,
und war wütend, wenn irgendwo ein Schlachtfest gefeiert wurde. Dann rannte ich fort mit meinem Dackel, den ich auf den Namen Bärbel getauft hatte.
Wir beide verschwanden für Stunden im Wald und kamen oft erst in der Dunkelheit zurück.
Ich weiß noch, wie böse meine Großeltern sein konnten, wenn ich nicht die Milchkannen mit der sogenannten „Blutsuppe„ im Ort verteilte.

In jener Zeit begann meine Magersucht. Ich war mehr als spindeldürr.
Keiner konnte mich überreden, auch nur etwas von dem toten Tier zu essen. Ich aß weder Butter, noch trank ich Milch. Auch Wurst und Fleisch ließ ich achtlos auf dem Teller liegen. Mit meiner Trotzreaktion brachte ich die Erwachsenen schier zur Verzweiflung.

In jenem Jahr kam Großvater zu mir und hatte eine kleine Ziege an der Kette.Ein Glöckchen trug sie und schaute mich wie Ziegen es eben tun, mit dem berühmten „Streichelmichblick„ an. Man erklärte mir, dass wenn ich versprechen würde, wenigstens wieder Butter zu essen und Milch zu trinken, diese kleine Ziege sein Geschenk für mich sei. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe?
Eine eigene Ziege, und einen kleinen eigenen Verschlag dafür, baute Großvater mir auch.Er erklärte mir genau meine Pflichten. Ich war für dieses kleine weiße
vierbeinige Wesen nun alleine verantwortlich.Vom Füttern, Erziehen bis zum sauber halten des Stalles, war alles meine Aufgabe. Oh ja, sie würde es gut bei mir haben. Ich war mir ganz sicher und gab ihr den Namen Lissi. Na und was wir alles angestellt und erlebt haben, davon möchte ich nun erzählen....

In diesem ersten Sommer, den wir zusammen erleben durften, zeigte ich Lissi, wie schön unsere Heimat war.Meine Großeltern besaßen wunderschöne Wiesen und große Felder. Jeden Tag, nach dem Mittagessen, machten wir uns beide auf den Weg.Ich schleppte meine Hefte und Bücher mit, um dann auf unserem Lieblingsplatz, mit Lissi meine Schularbeiten zu machen.
Unsere Wiese war ziemlich weit entfernt.Ein Holunderbaum zierte sie, und ein kleiner Forellenbach plätscherte dort munter vor sich hin.
Das war für uns beide der aller schönste Platz der Welt.
Hier ließen wir uns nieder. Ich packte meine Hefte und Bücher aus, und erzählte dabei haargenau meiner Ziege alles, was in der Schule so los gewesen war.
Sie wusste einfach alles von mir, und ich versuchte, sie noch schlauer zu machen.
Lissi  musste unbedingt  von meinen  Bleistiften kosten, sabberte an meinen Schulheften herum, und war neugierig, was in meinen Schulbüchern stand.
Wir waren ein perfektes Team.
Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, bin ich wieder das kleine Kieselsteinchen. Ein kleines Mädchen mit einem großen Herzen, in dem nur ein Lebewesen Platz hatte, meine Lissi.
Ihr hättet mal meinen Seufzer hören sollen, wenn die Abendglocken, sie läuteten, immer um 18 Uhr, uns auf den Nachhauseweg beorderten.
Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, waren einige der Gebote, an die ich mich halten musste.

Nickname 01.07.2015, 14.30

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von angelface

eine wundersame wunderschöne Geschichte der ich gerne gelauscht habe, bildstark erzählt...
herzlichst Angelface...

vom 07.03.2017, 12.49
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