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Mein nächtlicher Besucher

Mein nächtlicher Besucher
Ich habe mich in einer lauen Sommernacht mit Herrn Goethe getroffen!
Glaubt ihr mir das nicht?
Es war wirklich so und ich kann mich nicht erinnern,
wann ich das letzte Mal so ungern wach werden wollte.
Na ja, also irgendwann muss man ja die Augen aufmachen aber ich versichere, dass ich es nicht gerne tat.
Wir hatten schließlich ein sehr interessantes Gespräch, also Herr Goethe und ich.
Er war recht lustig gekleidet. Lange graue Kniestrümpfe trug er, eine kurze Pluderhose. Seine grüne Jacke sah trachtenähnlich aus und sein wallendes graues Haar wurde von einem kecken Dreieckshut bedeckt.
Er fragte mich, ob ich denn einige seiner Werke gekauft hätte.
Ich begann, in meinem Arbeitszimmer zu suchen. Glaubt nur, ich habe meinen ganzen Bücherschrank auf den Kopf gestellt und fand – nicht einen Gedichteband von ihm.
Dabei hatte ich sie doch am Tag noch recht sorgsam ausgepackt und einsortiert.
Eifrig versuchte ich, ihn zu überzeugen, dass sie wahrscheinlich durch unseren Umzug noch in einer der wenigen, unausgepackten Kisten sein müssten.
Herr Goethe zeigte sich sehr hilfsbereit.
So kam es, dass wir nebeneinander auf den Knien liegend, gemeinsam nach seinen Büchern suchten. Nebenbei wurde kräftig gefachsimpelt.
Draußen war herrlicher Sonnenschein.
Ich bat ihn, kurz zu warten damit ich meine Wäsche schnell aufhängen kann.
Für meinen Gast war das kein Problem.
Ihr werdet es nicht glauben --- Herr Johann Wolfgang von Goethe half mir eifrig beim Wäsche aufhängen --- echt.
Wir haben uns über Waschmittel unterhalten.
Ich empfahl ihm eifrig mein Persil-Megaperls und natürlich diese rosarote Dose mit dem Fleckentferner.
Beschwert habe ich mich über meine Waschmaschine und meine Angst kundgetan, sie würde wohl nicht mehr lange ihren Dienst tun.
Interessant fand ich seine Tipps, die er mir gab, was das Schreiben betraf.
Auch seine Naturbetrachtungen haben mich sehr beeindruckt.
Ich wusste zum Beispiel nicht, wie gerne er Spekulatius mag und um seine Vorliebe für Himbeertee. Komischerweise hatte ich beides in meinem Küchen- schrank.
Während Herr Goethe genüsslich seinen Himbeertee schlürfte, ließ ich es mir nicht nehmen, weiter nach einem Gedichtsband von ihm zu suchen.
Ich hatte Glück und hob stolz meinen alten Goetheband in die Luft, drehte mich um und schaute in die lustigen Augen von - meinem Schatz.
Dem habe ich dann am folgenden Sonntagmorgen meinen Traum erzählt.
Wir lachten beide um die Wette und sind ausgelassen in den neuen Tag gestartet.
Ist das nicht herrlich, wem man in seinen Träumen über den Weg laufen kann?
Übrigens Himbeertee und Spekulatius beherbergt mein Küchenschrank nicht, aber in meinem Bücherschrank stehen mehrere alte und neue Ausgaben von meinem nächtlichen Besucher.
© Celine Rosenkind
Ich habe mich in einer lauen Sommernacht mit Herrn Goethe getroffen!
Glaubt ihr mir das nicht?
Es war wirklich so und ich kann mich nicht erinnern,
wann ich das letzte Mal so ungern wach werden wollte.
Na ja, also irgendwann muss man ja die Augen aufmachen aber ich versichere, dass ich es nicht gerne tat.
Wir hatten schließlich ein sehr interessantes Gespräch, also Herr Goethe und ich.
Er war recht lustig gekleidet. Lange graue Kniestrümpfe trug er, eine kurze Pluderhose. Seine grüne Jacke sah trachtenähnlich aus und sein wallendes graues Haar wurde von einem kecken Dreieckshut bedeckt.
Er fragte mich, ob ich denn einige seiner Werke gekauft hätte.
Ich begann, in meinem Arbeitszimmer zu suchen. Glaubt nur, ich habe meinen ganzen Bücherschrank auf den Kopf gestellt und fand – nicht einen Gedichteband von ihm.
Dabei hatte ich sie doch am Tag noch recht sorgsam ausgepackt und einsortiert.
Eifrig versuchte ich, ihn zu überzeugen, dass sie wahrscheinlich durch unseren Umzug noch in einer der wenigen, unausgepackten Kisten sein müssten.
Herr Goethe zeigte sich sehr hilfsbereit.
So kam es, dass wir nebeneinander auf den Knien liegend, gemeinsam nach seinen Büchern suchten. Nebenbei wurde kräftig gefachsimpelt.
Draußen war herrlicher Sonnenschein.
Ich bat ihn, kurz zu warten damit ich meine Wäsche schnell aufhängen kann.
Für meinen Gast war das kein Problem.
Ihr werdet es nicht glauben --- Herr Johann Wolfgang von Goethe half mir eifrig beim Wäsche aufhängen --- echt.
Wir haben uns über Waschmittel unterhalten.
Ich empfahl ihm eifrig mein Persil-Megaperls und natürlich diese rosarote Dose mit dem Fleckentferner.
Beschwert habe ich mich über meine Waschmaschine und meine Angst kundgetan, sie würde wohl nicht mehr lange ihren Dienst tun.
Interessant fand ich seine Tipps, die er mir gab, was das Schreiben betraf.
Auch seine Naturbetrachtungen haben mich sehr beeindruckt.
Ich wusste zum Beispiel nicht, wie gerne er Spekulatius mag und um seine Vorliebe für Himbeertee. Komischerweise hatte ich beides in meinem Küchen- schrank.
Während Herr Goethe genüsslich seinen Himbeertee schlürfte, ließ ich es mir nicht nehmen, weiter nach einem Gedichtsband von ihm zu suchen.
Ich hatte Glück und hob stolz meinen alten Goetheband in die Luft, drehte mich um und schaute in die lustigen Augen von - meinem Schatz.
Dem habe ich dann am folgenden Sonntagmorgen meinen Traum erzählt.
Wir lachten beide um die Wette und sind ausgelassen in den neuen Tag gestartet.
Ist das nicht herrlich, wem man in seinen Träumen über den Weg laufen kann?
Übrigens Himbeertee und Spekulatius beherbergt mein Küchenschrank nicht, aber in meinem Bücherschrank stehen mehrere alte und neue Ausgaben von meinem nächtlichen Besucher.
© Celine Rosenkind
19.07.2009, 17.24 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Am Ufer meines Lebens | Tags: Erinnerung
Mein Geheimrezept

Das Geheimrezept
Es war eben ihre unsinnige Angewohnheit, die mir so viel Angst einjagte.
Wenn sie spät am Abend den Plattenspieler anwarf, mit einer Zigarette in den Mundwinkeln und einem kleinen Plastikeimer bewaffnet das Blumenfenster ansteuerte.
Ja, dann wusste ich was kommen würde. Angst kroch an meinem Körper hoch und drohte mich zu erwürgen. Die grellgeschminkte Tante vom Jugendamt hatte mich einfach wie immer im Stich gelassen.
Neidisch drückte ich mir die Nase am Fenster platt, um zu schauen, wie liebevoll meine Freundin Karin, im Haus gegenüber von Mutter zu Bett gebracht wurde. Ich sehe dieses Bild noch heute vor mir und spüre die Trauer wie damals.
Wenn Tante Otti die Vorhänge zuzog und das Licht ausging, war der Tag für mich noch lange nicht zu Ende.
Ja die Karin, die hatte es gut und ich war ziemlich traurig.
Oft fragte ich mich, warum denn das bei mir alles anders war.
Es war bestimmt schon spät, denn draußen war es bereits dunkel.
Ängstlich sah ich dem geschäftigen Treiben meiner Mutter zu die emsig begann, das große Blumenfenster abzuräumen, um dabei zu entdecken, dass wieder einmal alle Pflanzen auf den Komposthaufen gehörten.
Sie nahm einen großen Zettel und fing an zu schreiben.
Wie gut ich dieses Ritual schon kannte.
Danach würde sie zur Nachbarin gehen, um zu telefonieren.
Kein Wort redete sie dabei, sie schien mich gar nicht zu bemerken.
So wie sie es immer tat, übersah sie mich einfach!
Mich und meine Angst, von der sie nie etwas wissen wollte.
Wir wohnten in einem kleinen Taunusdorf. Zur damaligen Zeit wurde dort um 22 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgemacht. Dann lag das ganze Dorf in völliger Dunkelheit.
Ich wartete vergeblich, dass Mutter rasch nach Hause kam. Sie wusste doch um meine Angst.
Als hätte SIE nur auf den Anbruch der Nacht gewartet, kam SIE endlich schnaufend die Treppe hoch und legte mir den verdammten Zettel in die Hand. Wie immer erklärte SIE mir, der Friedhofsgärtner würde schon auf mich warten.
Wortlos und ich auch ungläubig sah ich diese Frau an, die so groß und mächtig mein Leben bestimmte.
Nur etwas war noch größer wie SIE, meine Angst vor diesem langen dunklen Weg, den ich nun gehen musste.
Wir wohnten am Ende des kleinen Dorfes und ich musste mich am Licht der Fenster orientieren, um bis zum Friedhofs- berg zu kommen.
Keuchend rannte ich die Bahnhofstraße hoch, quer durch den Ort um alles schnell hinter mich zu bringen.
Es war wirklich totenstill. Kein Laut kam aus der Dunkelheit, als ich endlich den Friedhof erreichte.
Das schwere Eisentor quietschte, als ich mich mühsam dagegen stemmte, um es zu öffnen.
Hier begann der schlimmste Teil meines Weges.
Manchmal hatte ich Glück. Dann waren Mond und Sterne am Himmel meine Begleiter.
Ängstlich musste ich mich von Grabstein zu Grabstein zu tasten, um nicht vom Weg, wenn man den so nennen konnte, ab zukommen.
Mein Herz klopfte bis zum Hals und ich erinnerte mich an all die Geschichten, die man sich über die Toten, die nachts aus ihren Gräbern kommen, so erzählte.
Da half nur eins.
Ich musste den Geistern zeigen, dass ich ein liebes Mädchen war und so versuchte ich, mir selbst zu helfen.
In diesen Nächten, kann ich dem Leser versichern, sang ich alles, was mir gerade einfiel.
Ja, ich sang bestimmt so inbrünstig, dass alle Geister Mitleid mit mir haben mussten.
Besonders „Ein feste Burg ist unser Gott“ dachte ich mir, müsse doch den Geistern klar machen, dass ich brav zur Kirche ging.
So versuchte ich mit lautem Gesang die Angst besiegen und mir Mut zu machen.
Der letzte grauenvolle Abschnitt war der Weg, der an der Leichenhalle vorbeiführte.
Hier war wenige Tage zuvor eine alte Bauersfrau hingebracht worden und ich wusste genau, dass man sie dort einge- schlossen hatte.
Ich sang, was das Zeug hielt! Sehr laut aber auch andächtig! So erreichte ich das Gärtnerhaus, wo noch Licht brannte.
War ich froh, als ich endlich auf den Klingelknopf drücken konnte, Hundegebell hörte und eine raue Stimme mich fragte, ob ich denn gar keine Angst hätte, so spät noch durch das ganze Dorf zu laufen. Ich und Angst? Das hätte ich damals niemals zugegeben.
Ich dachte nur an den Rückweg und an mein Bett, als mir der Gärtner die viel zu schwere Kiste auf beide Ärmchen legte. So ging ich den Weg zurück, den ich gekommen war.
Singend und in der Hoffnung ich würde heil zu Hause ankommen.
Damals habe ich mir angewöhnt zu singen, wenn ich in eine bedrohliche Situation kam – heute sage ich, ich habe die Angst mit meinem Gesang besiegt – sie weg gesungen.
So hatte ich mein eigenes Rezept entdeckt und war stolz.
Glaubt mir, ich musste noch oft diesen fürchterlichen Weg zu den ungewöhnlichsten Zeiten gehen. Die Angst war immer da, genauso wie mein Gesang, mir immer wieder half, alles zu meistern.
Vielleicht resultiert aus diesen Erlebnissen meine große Liebe zur Musik, denn das Singen ist für mich genauso wichtig wie das Schreiben.
Meine beiden großen Waffen um mein Leben zu meistern. denn auch in meiner Zukunft lauerte das Grauen….
Urheberrecht © Celine Rosenkind
Es war eben ihre unsinnige Angewohnheit, die mir so viel Angst einjagte.
Wenn sie spät am Abend den Plattenspieler anwarf, mit einer Zigarette in den Mundwinkeln und einem kleinen Plastikeimer bewaffnet das Blumenfenster ansteuerte.
Ja, dann wusste ich was kommen würde. Angst kroch an meinem Körper hoch und drohte mich zu erwürgen. Die grellgeschminkte Tante vom Jugendamt hatte mich einfach wie immer im Stich gelassen.
Neidisch drückte ich mir die Nase am Fenster platt, um zu schauen, wie liebevoll meine Freundin Karin, im Haus gegenüber von Mutter zu Bett gebracht wurde. Ich sehe dieses Bild noch heute vor mir und spüre die Trauer wie damals.
Wenn Tante Otti die Vorhänge zuzog und das Licht ausging, war der Tag für mich noch lange nicht zu Ende.
Ja die Karin, die hatte es gut und ich war ziemlich traurig.
Oft fragte ich mich, warum denn das bei mir alles anders war.
Es war bestimmt schon spät, denn draußen war es bereits dunkel.
Ängstlich sah ich dem geschäftigen Treiben meiner Mutter zu die emsig begann, das große Blumenfenster abzuräumen, um dabei zu entdecken, dass wieder einmal alle Pflanzen auf den Komposthaufen gehörten.
Sie nahm einen großen Zettel und fing an zu schreiben.
Wie gut ich dieses Ritual schon kannte.
Danach würde sie zur Nachbarin gehen, um zu telefonieren.
Kein Wort redete sie dabei, sie schien mich gar nicht zu bemerken.
So wie sie es immer tat, übersah sie mich einfach!
Mich und meine Angst, von der sie nie etwas wissen wollte.
Wir wohnten in einem kleinen Taunusdorf. Zur damaligen Zeit wurde dort um 22 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgemacht. Dann lag das ganze Dorf in völliger Dunkelheit.
Ich wartete vergeblich, dass Mutter rasch nach Hause kam. Sie wusste doch um meine Angst.
Als hätte SIE nur auf den Anbruch der Nacht gewartet, kam SIE endlich schnaufend die Treppe hoch und legte mir den verdammten Zettel in die Hand. Wie immer erklärte SIE mir, der Friedhofsgärtner würde schon auf mich warten.
Wortlos und ich auch ungläubig sah ich diese Frau an, die so groß und mächtig mein Leben bestimmte.
Nur etwas war noch größer wie SIE, meine Angst vor diesem langen dunklen Weg, den ich nun gehen musste.
Wir wohnten am Ende des kleinen Dorfes und ich musste mich am Licht der Fenster orientieren, um bis zum Friedhofs- berg zu kommen.
Keuchend rannte ich die Bahnhofstraße hoch, quer durch den Ort um alles schnell hinter mich zu bringen.
Es war wirklich totenstill. Kein Laut kam aus der Dunkelheit, als ich endlich den Friedhof erreichte.
Das schwere Eisentor quietschte, als ich mich mühsam dagegen stemmte, um es zu öffnen.
Hier begann der schlimmste Teil meines Weges.
Manchmal hatte ich Glück. Dann waren Mond und Sterne am Himmel meine Begleiter.
Ängstlich musste ich mich von Grabstein zu Grabstein zu tasten, um nicht vom Weg, wenn man den so nennen konnte, ab zukommen.
Mein Herz klopfte bis zum Hals und ich erinnerte mich an all die Geschichten, die man sich über die Toten, die nachts aus ihren Gräbern kommen, so erzählte.
Da half nur eins.
Ich musste den Geistern zeigen, dass ich ein liebes Mädchen war und so versuchte ich, mir selbst zu helfen.
In diesen Nächten, kann ich dem Leser versichern, sang ich alles, was mir gerade einfiel.
Ja, ich sang bestimmt so inbrünstig, dass alle Geister Mitleid mit mir haben mussten.
Besonders „Ein feste Burg ist unser Gott“ dachte ich mir, müsse doch den Geistern klar machen, dass ich brav zur Kirche ging.
So versuchte ich mit lautem Gesang die Angst besiegen und mir Mut zu machen.
Der letzte grauenvolle Abschnitt war der Weg, der an der Leichenhalle vorbeiführte.
Hier war wenige Tage zuvor eine alte Bauersfrau hingebracht worden und ich wusste genau, dass man sie dort einge- schlossen hatte.
Ich sang, was das Zeug hielt! Sehr laut aber auch andächtig! So erreichte ich das Gärtnerhaus, wo noch Licht brannte.
War ich froh, als ich endlich auf den Klingelknopf drücken konnte, Hundegebell hörte und eine raue Stimme mich fragte, ob ich denn gar keine Angst hätte, so spät noch durch das ganze Dorf zu laufen. Ich und Angst? Das hätte ich damals niemals zugegeben.
Ich dachte nur an den Rückweg und an mein Bett, als mir der Gärtner die viel zu schwere Kiste auf beide Ärmchen legte. So ging ich den Weg zurück, den ich gekommen war.
Singend und in der Hoffnung ich würde heil zu Hause ankommen.
Damals habe ich mir angewöhnt zu singen, wenn ich in eine bedrohliche Situation kam – heute sage ich, ich habe die Angst mit meinem Gesang besiegt – sie weg gesungen.
So hatte ich mein eigenes Rezept entdeckt und war stolz.
Glaubt mir, ich musste noch oft diesen fürchterlichen Weg zu den ungewöhnlichsten Zeiten gehen. Die Angst war immer da, genauso wie mein Gesang, mir immer wieder half, alles zu meistern.
Vielleicht resultiert aus diesen Erlebnissen meine große Liebe zur Musik, denn das Singen ist für mich genauso wichtig wie das Schreiben.
Meine beiden großen Waffen um mein Leben zu meistern. denn auch in meiner Zukunft lauerte das Grauen….
Urheberrecht © Celine Rosenkind
19.07.2009, 16.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Am Ufer meines Lebens | Tags: Tagebuch
Der geheimnisvolle Fund
Der geheimnisvolle Fund
Lena war eine sehr fröhliche junge Frau der man nicht anmerkte, dass in ihrer Kindheit die Welt alles andere als rosig gewesen war.
Die Erinnerungen liefen ihr immer noch hinterher. Seit sie eine kleine Familie hatte, versuchte sie alles erfolgreich zu verdrängen.
Lena hatte die Angewohnheit, ihre Hausarbeit stets mit einem Lied auf den Lippen zu verrichten. An jenem Sommermorgen verharrte sie beim Staubwischen glücklich vor dem Hochzeitsbild.
Ja, sie hatte Glück gehabt mit ihrem Mann Gerd, der es von einer kleinen Kfz-Werkstatt zu einem recht ansehnlichen Autohaus gebracht hatte.
Er biss ihr immer liebevoll ins Ohrläppchen und nannte sie seinen Glücksstern.
Das gemeinsame Töchterchen Julia war die Krönung dieser großen Liebe.
Wo war Julia eigentlich, schoss es Lena durch den Kopf.
Das Haus war noch nicht fertig und sie würde doch wohl nicht…
Lena mochte gar nicht daran denken, denn die Kellertreppe war noch nicht richtig befestigt. Zu ihrer Beruhigung stellte sie fest, dass sie die Tür abgeschlossen hatte.
„Julia,“ rief sie laut durch das kleine Haus und folgte den Geräuschen, die vom Dachboden kamen.
„Mama, hier bin ich vor einer großen Schatzkiste,“ tönte ihr ein kleines Stimmchen entgegen
Ein blaues Augenpaar lachte sie an.
„Sieh nur, was ich gefunden habe,“ sagte Julia stolz und hielt triumphierend einen Gegenstand
wedelnd in die Luft, während Lena nach Fassung rang.
Da war ER, in der Hand ihrer kleinen Tochter.
Ein schwarzer Strickhandschuh. ER und die Vergangenheit hatten Lena wieder einmal eingeholt!
Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen und lächelte krampfhaft.
„Ja, Julia, da hast du wahrlich ein Schatz gefunden! Dieser schwarze Handschuh ist etwas ganz Besonderes. Wenn der reden könnte….."
„Oh Mama bitte, bitte erzähle“, bettelte Julia, während sie die Treppe die zum Dachboden
führte vorsichtig hinunter robbte.
Lena sank erschöpft in ihren Lieblingssessel und schwups, saß Julia auf ihrem Schoß.
„Sieh mal Mama, der Handschuh ist mir noch zu groß“ bemerkte Julia. Lena streichelte sanft über dieses Überbleibsel, was sie eigentlich niemals wieder sehen wollte.
Ihre Augen wurden schwer. Erlebtes rollte wie ein Film vor ihr ab während sie Julia erzählte.
Es war in jenen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Hamsterkäufe waren damals an der Tagesordnung. Die Leute in den zerstörten Städten mussten Schmuck und andere wertvolle Sachen, gegen Lebensmittel eintauschen.
Damals lebte sie bei ihrer Großmutter auf dem Land in einem kleinen Dorf.
Zu essen hatten sie genug, nur die Armut war trotz allem auch hier zuhause.
Unter all den Sachen die die Großeltern durch das tauschen von Speck, Kartoffeln und Fleisch
ergattert hatten, war wirklich fast nichts, was ein Kind hätte tragen können.
Die Pullover waren viel zu groß, die Pelzmäntel zu wertvoll zum zerschneiden und die Schuhe wenig geeignet für kleine Kinderfüßchen.
Großmutter versuchte immer an Stoff und Wolle zu kommen, was ihr zeitweilig auch gelang.
„Mama, was ist den Krieg sowie Hamsterkäufe kenne ich auch nicht,“ waren Fragen der kleinen Julia, die Lena zeitweilig aus ihren Gedanken riss um alles kindgerecht zu erklären.
„Ja, Julia, damals war ich 9 Jahre alt," erzählte sie dem kleinen >Zappelphilipp<.
Eines Tages jedenfalls war es Großmutter gelungen, an einen großen Beutel schwarzer Wolle
zu gelangen.
Schwarz, die Farbe fand Lena bereits damals nicht schön aber Großmutter versprach tröstend
das Beste daraus zu machen. „Was wünschst du dir denn am meisten, fragte Großmutter.“
Oh das wusste Lena sofort. Denn es war Winter in dem kleinen Bergdorf und sie war es leid, immer mit blau gefrorenen Händchen aus dem Schnee zu kommen.
Na das lässt sich machen meinte die Großmutter und machte sich sofort ans Werk.
Am nächsten Morgen, als Lena erwachte, lagen zwei große Fäustlinge, zusammengehalten von einer Schnur, die von einem Handschuh zum anderen ging, auf ihrer Bettdecke.
Das war eine Freude. Dass sie viel zu groß waren, erklärte Großmutter mit „auf Zuwachs gestrickt," und das Band solle Lena stets um den Hals tragen damit kein Handschuh verloren ginge! Ihr sollte es Recht sein. So stapfte Lena mit viel zu großen schweren Schuhen, und allem was sie zum warm halten hatte, stolz durch das Dörfchen, um ihrer Freundin Karin
die neueste Errungenschaft zu zeigen.
Karin wohnte in einem abgelegenen Teil des Dorfes, was von den Bewohnern gemieden wurde. Holzbaracken standen dort und Großmutter sah die Freundschaft der beiden Mädchen gar nicht gern.
Das sind alles Zigeuner, und die stehlen uns nachts die Hühner, waren ihre Argumente.
Na ja, und der Dorfpfarrer sagte immer, dass diese Menschen alle katholisch seien und zu einem anderen Gott beten würden als die Dorfbewohner.
„Banditen sind das“, schimpften die Einheimischen. Das alles hatte Lena damals nicht verstanden. Für sie waren alle Menschen gleich.
Karin war und blieb nun einmal ihre allerbeste Freundin möge kommen was wolle!
Energisch warf sie den Kopf zurück und klopfte an die hölzerne Wohnungstür.
Karin öffnete und die Mädchen fielen sich wie immer freundschaftlich um den Hals.
„Sieh nur“, sagte Lena aufgeregt, „was ich hier habe“. „Oh, die sind aber schön, darf ich deine Handschuhe mal anfassen?“; fragte Karin fast andächtig.
„Was heißt hier meine“; fragte Lena ganz empört! „Bist du nicht die allerbeste Freundin, die ich auf der Welt habe?“ „Natürlich doch“, meinte Karin und nickte mit dem Kopf!
„Na also, was mein ist, ist auch dein,“ meinte Lena und drängelte; “probiere sie einmal an, die sind auf Zuwachs gestrickt meint Großmutter."
Beide mussten fürchterlich lachen als sie feststellten, dass in einen Handschuh auch zwei Händchen hinein passten.
„Das ist Klasse gell,“ meinteLena und in sekundenschnelle hatte sie sich die Schere geschnappt und das Strickband, welches die Handschuhe verband durchgeschnitten.
„Den schenke ich dir, denn so hat jeder von uns einen der unsere Hände wärmt," sagte sie ganz stolz.
Julia hatte längst aufgehört zu zappeln und lauschte ihrer Mutter andächtig. Sie hing förmlich an Mutters Lippen und wartete was da noch kam, während Lena alles um sich vergessen hatte.
In Gedanken war sie weit weg, an jenem Ort, wo sie und ihre kleine Freundin einst lebten.
So erzählte sie Julia, dass Großmutter gar nicht böse war über das Teilen und wie wundervoll der begonnene Winter gewesen war. Das Toben im Schnee, der alten rostigen Schlitten und den Schneemann, den sie gemeinsam gebaut und behütet hatten.
Die Ereignisse jener Zeit sprudelten nur so aus Lena heraus. Diese gemeinsame Kindheit mit Karin, die ganzen Streiche die sie gemacht und wie schön diese Freundschaft für beide war. Julia hörte kichernd und staunend zu.
„Aber Mutter, was ist aus Karin denn geworden und dem anderen schwarzen Handschuh den du ihr damals geschenkt hast?"
„Das Julia, möchte ich dir lieber erst erzählen, wenn du ein wenig älter bist. Dass es immer noch sehr weh tun würde, erwiderte Lena. Ohne, dass sie es bemerkte, kullerten schon die ersten Tränen.
„Nein Mutter, du hast deine Handschuhe auch geteilt und ich will wissen, was dich traurig macht. Ich werde auch bald wie du damals 9 Jahre alt und teilen ist wichtig hast du immer gesagt," drängelte Julia.
"Weißt du Julia, Karin lebt nicht mehr," schluchzte Lena.
Dann erzählte sie, wie fanatische Dorfbewohner nach einem Erntedankfest, die Baracken der angeblichen Zigeuner angesteckt hatten. Sie wurden im Schlaf überrascht und Karin konnte mit ihrer Familie nicht mehr fliehen. Viele wurden damals ein Opfer dieses heimtückischen Überfalls.
„Deshalb hast du den Handschuh in die Schatztruhe getan, Mutter!“
Julia nickte verständnisvoll und schlang tröstend ihre Arme um Mutters Hals.
Die Jahre vergingen aus Julia wurde eine wunderschöne junge Frau. Sie war der Engel im Leben, ihrer mittlerweile betagten Eltern. Sie engagierte sich für Minderheiten und Randgruppen. Die gute Saat der gemeinsamen Erziehung war aufgegangen.
Die Welt war moderner geworden und Lena sah sich gerne hin und wieder eine Talkshow im Fernsehen an.
Es war Freitag der 13te, ein Tag der von vielen gefürchtet, aber für Lea immer als Glückstag bezeichnet wurde, als das Unfassbare passierte.
Mit einem Limonadenglas in der Hand beeilte sich Lena vor den Fernsehapparat zu kommen als es hieß: "Ich suche Dich“
Bereits in der Küche hörte sie eine Stimme, die ihr irgendwie vertraut vorkam.
Vor dem Fernseher angekommen ließ sie das Glas fallen und schaute ungläubig auf den Bildschirm.
Eine kleine hagere Frau erzählte dort, dass sie ihre beste Freundin suche und die Geschichte mit dem schwarzen Handschuh, den sie als Beweis vor die laufende Kamera hielt.
Das war doch … „Karin“ jubelte sie. Gerd eilte gerade noch rechtzeitig hinzu um Lena aufzufangen. Ohnmächtig war sie geworden. Ohnmächtig vor Freude und Glück und nun weinte sie hemmungslos.
Nachdem Gerd den Sender angerufen hatte, und Karin bereits auf dem Weg zu ihr war meinte Lena: „Nun habe ich das Beste, was mir von meinen Erinnerungen geblieben ist, wieder gefunden
Urheberrecht Celine Rosenkind

Lena war eine sehr fröhliche junge Frau der man nicht anmerkte, dass in ihrer Kindheit die Welt alles andere als rosig gewesen war.
Die Erinnerungen liefen ihr immer noch hinterher. Seit sie eine kleine Familie hatte, versuchte sie alles erfolgreich zu verdrängen.
Lena hatte die Angewohnheit, ihre Hausarbeit stets mit einem Lied auf den Lippen zu verrichten. An jenem Sommermorgen verharrte sie beim Staubwischen glücklich vor dem Hochzeitsbild.
Ja, sie hatte Glück gehabt mit ihrem Mann Gerd, der es von einer kleinen Kfz-Werkstatt zu einem recht ansehnlichen Autohaus gebracht hatte.
Er biss ihr immer liebevoll ins Ohrläppchen und nannte sie seinen Glücksstern.
Das gemeinsame Töchterchen Julia war die Krönung dieser großen Liebe.
Wo war Julia eigentlich, schoss es Lena durch den Kopf.
Das Haus war noch nicht fertig und sie würde doch wohl nicht…
Lena mochte gar nicht daran denken, denn die Kellertreppe war noch nicht richtig befestigt. Zu ihrer Beruhigung stellte sie fest, dass sie die Tür abgeschlossen hatte.
„Julia,“ rief sie laut durch das kleine Haus und folgte den Geräuschen, die vom Dachboden kamen.
„Mama, hier bin ich vor einer großen Schatzkiste,“ tönte ihr ein kleines Stimmchen entgegen
Ein blaues Augenpaar lachte sie an.
„Sieh nur, was ich gefunden habe,“ sagte Julia stolz und hielt triumphierend einen Gegenstand
wedelnd in die Luft, während Lena nach Fassung rang.
Da war ER, in der Hand ihrer kleinen Tochter.
Ein schwarzer Strickhandschuh. ER und die Vergangenheit hatten Lena wieder einmal eingeholt!
Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen und lächelte krampfhaft.
„Ja, Julia, da hast du wahrlich ein Schatz gefunden! Dieser schwarze Handschuh ist etwas ganz Besonderes. Wenn der reden könnte….."
„Oh Mama bitte, bitte erzähle“, bettelte Julia, während sie die Treppe die zum Dachboden
führte vorsichtig hinunter robbte.
Lena sank erschöpft in ihren Lieblingssessel und schwups, saß Julia auf ihrem Schoß.
„Sieh mal Mama, der Handschuh ist mir noch zu groß“ bemerkte Julia. Lena streichelte sanft über dieses Überbleibsel, was sie eigentlich niemals wieder sehen wollte.
Ihre Augen wurden schwer. Erlebtes rollte wie ein Film vor ihr ab während sie Julia erzählte.
Es war in jenen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Hamsterkäufe waren damals an der Tagesordnung. Die Leute in den zerstörten Städten mussten Schmuck und andere wertvolle Sachen, gegen Lebensmittel eintauschen.
Damals lebte sie bei ihrer Großmutter auf dem Land in einem kleinen Dorf.
Zu essen hatten sie genug, nur die Armut war trotz allem auch hier zuhause.
Unter all den Sachen die die Großeltern durch das tauschen von Speck, Kartoffeln und Fleisch
ergattert hatten, war wirklich fast nichts, was ein Kind hätte tragen können.
Die Pullover waren viel zu groß, die Pelzmäntel zu wertvoll zum zerschneiden und die Schuhe wenig geeignet für kleine Kinderfüßchen.
Großmutter versuchte immer an Stoff und Wolle zu kommen, was ihr zeitweilig auch gelang.
„Mama, was ist den Krieg sowie Hamsterkäufe kenne ich auch nicht,“ waren Fragen der kleinen Julia, die Lena zeitweilig aus ihren Gedanken riss um alles kindgerecht zu erklären.
„Ja, Julia, damals war ich 9 Jahre alt," erzählte sie dem kleinen >Zappelphilipp<.
Eines Tages jedenfalls war es Großmutter gelungen, an einen großen Beutel schwarzer Wolle
zu gelangen.
Schwarz, die Farbe fand Lena bereits damals nicht schön aber Großmutter versprach tröstend
das Beste daraus zu machen. „Was wünschst du dir denn am meisten, fragte Großmutter.“
Oh das wusste Lena sofort. Denn es war Winter in dem kleinen Bergdorf und sie war es leid, immer mit blau gefrorenen Händchen aus dem Schnee zu kommen.
Na das lässt sich machen meinte die Großmutter und machte sich sofort ans Werk.
Am nächsten Morgen, als Lena erwachte, lagen zwei große Fäustlinge, zusammengehalten von einer Schnur, die von einem Handschuh zum anderen ging, auf ihrer Bettdecke.
Das war eine Freude. Dass sie viel zu groß waren, erklärte Großmutter mit „auf Zuwachs gestrickt," und das Band solle Lena stets um den Hals tragen damit kein Handschuh verloren ginge! Ihr sollte es Recht sein. So stapfte Lena mit viel zu großen schweren Schuhen, und allem was sie zum warm halten hatte, stolz durch das Dörfchen, um ihrer Freundin Karin
die neueste Errungenschaft zu zeigen.
Karin wohnte in einem abgelegenen Teil des Dorfes, was von den Bewohnern gemieden wurde. Holzbaracken standen dort und Großmutter sah die Freundschaft der beiden Mädchen gar nicht gern.
Das sind alles Zigeuner, und die stehlen uns nachts die Hühner, waren ihre Argumente.
Na ja, und der Dorfpfarrer sagte immer, dass diese Menschen alle katholisch seien und zu einem anderen Gott beten würden als die Dorfbewohner.
„Banditen sind das“, schimpften die Einheimischen. Das alles hatte Lena damals nicht verstanden. Für sie waren alle Menschen gleich.
Karin war und blieb nun einmal ihre allerbeste Freundin möge kommen was wolle!
Energisch warf sie den Kopf zurück und klopfte an die hölzerne Wohnungstür.
Karin öffnete und die Mädchen fielen sich wie immer freundschaftlich um den Hals.
„Sieh nur“, sagte Lena aufgeregt, „was ich hier habe“. „Oh, die sind aber schön, darf ich deine Handschuhe mal anfassen?“; fragte Karin fast andächtig.
„Was heißt hier meine“; fragte Lena ganz empört! „Bist du nicht die allerbeste Freundin, die ich auf der Welt habe?“ „Natürlich doch“, meinte Karin und nickte mit dem Kopf!
„Na also, was mein ist, ist auch dein,“ meinte Lena und drängelte; “probiere sie einmal an, die sind auf Zuwachs gestrickt meint Großmutter."
Beide mussten fürchterlich lachen als sie feststellten, dass in einen Handschuh auch zwei Händchen hinein passten.
„Das ist Klasse gell,“ meinteLena und in sekundenschnelle hatte sie sich die Schere geschnappt und das Strickband, welches die Handschuhe verband durchgeschnitten.
„Den schenke ich dir, denn so hat jeder von uns einen der unsere Hände wärmt," sagte sie ganz stolz.
Julia hatte längst aufgehört zu zappeln und lauschte ihrer Mutter andächtig. Sie hing förmlich an Mutters Lippen und wartete was da noch kam, während Lena alles um sich vergessen hatte.
In Gedanken war sie weit weg, an jenem Ort, wo sie und ihre kleine Freundin einst lebten.
So erzählte sie Julia, dass Großmutter gar nicht böse war über das Teilen und wie wundervoll der begonnene Winter gewesen war. Das Toben im Schnee, der alten rostigen Schlitten und den Schneemann, den sie gemeinsam gebaut und behütet hatten.
Die Ereignisse jener Zeit sprudelten nur so aus Lena heraus. Diese gemeinsame Kindheit mit Karin, die ganzen Streiche die sie gemacht und wie schön diese Freundschaft für beide war. Julia hörte kichernd und staunend zu.
„Aber Mutter, was ist aus Karin denn geworden und dem anderen schwarzen Handschuh den du ihr damals geschenkt hast?"
„Das Julia, möchte ich dir lieber erst erzählen, wenn du ein wenig älter bist. Dass es immer noch sehr weh tun würde, erwiderte Lena. Ohne, dass sie es bemerkte, kullerten schon die ersten Tränen.
„Nein Mutter, du hast deine Handschuhe auch geteilt und ich will wissen, was dich traurig macht. Ich werde auch bald wie du damals 9 Jahre alt und teilen ist wichtig hast du immer gesagt," drängelte Julia.
"Weißt du Julia, Karin lebt nicht mehr," schluchzte Lena.
Dann erzählte sie, wie fanatische Dorfbewohner nach einem Erntedankfest, die Baracken der angeblichen Zigeuner angesteckt hatten. Sie wurden im Schlaf überrascht und Karin konnte mit ihrer Familie nicht mehr fliehen. Viele wurden damals ein Opfer dieses heimtückischen Überfalls.
„Deshalb hast du den Handschuh in die Schatztruhe getan, Mutter!“
Julia nickte verständnisvoll und schlang tröstend ihre Arme um Mutters Hals.
Die Jahre vergingen aus Julia wurde eine wunderschöne junge Frau. Sie war der Engel im Leben, ihrer mittlerweile betagten Eltern. Sie engagierte sich für Minderheiten und Randgruppen. Die gute Saat der gemeinsamen Erziehung war aufgegangen.
Die Welt war moderner geworden und Lena sah sich gerne hin und wieder eine Talkshow im Fernsehen an.
Es war Freitag der 13te, ein Tag der von vielen gefürchtet, aber für Lea immer als Glückstag bezeichnet wurde, als das Unfassbare passierte.
Mit einem Limonadenglas in der Hand beeilte sich Lena vor den Fernsehapparat zu kommen als es hieß: "Ich suche Dich“
Bereits in der Küche hörte sie eine Stimme, die ihr irgendwie vertraut vorkam.
Vor dem Fernseher angekommen ließ sie das Glas fallen und schaute ungläubig auf den Bildschirm.
Eine kleine hagere Frau erzählte dort, dass sie ihre beste Freundin suche und die Geschichte mit dem schwarzen Handschuh, den sie als Beweis vor die laufende Kamera hielt.
Das war doch … „Karin“ jubelte sie. Gerd eilte gerade noch rechtzeitig hinzu um Lena aufzufangen. Ohnmächtig war sie geworden. Ohnmächtig vor Freude und Glück und nun weinte sie hemmungslos.
Nachdem Gerd den Sender angerufen hatte, und Karin bereits auf dem Weg zu ihr war meinte Lena: „Nun habe ich das Beste, was mir von meinen Erinnerungen geblieben ist, wieder gefunden
Urheberrecht Celine Rosenkind

19.07.2009, 16.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Leseproben Kurzgeschichten | Tags: Spannung
Meine tolle Erfindung

Meine tolle Erfindung
Ich hab was erfunden, komm leih mir dein Ohr,
dann stelle ich dir meine Erfindung jetzt vor.
Ein wenig Erklärung muss dazu ich geben,
die Funktion ist ganz einfach, jedoch nicht für jeden.
Es gibt Telefone in vielen Variationen,
mit Video, Musik und anderen Funktionen,
auch kann man sich damit ins Internet wählen,
nur bei Kosten und Auswahl muss man sich quälen.
Über all dies habe gründlich ich nachgedacht,
lange gegrübelt in manch schlafloser Nacht,
experimentiert, geprüft und schon vorbestellt,
das Herztelefon soll nun erobern die Welt !
Es kostet kein Geld, braucht keine Masten die senden,
dass was man nun spart, kann man nun spenden.
Ich garantiere meinen Kunden hohe Zuverlässigkeit,
auch ohne Akku oder Strom, hält es eine Ewigkeit.
Ausgestattet mit schönen Gefühlsklingeltönen,
kann man nun seine Botschaften verschönen.
Man sendet ganz einfach, indem innig man denkt,
die Herz-SMS wird so zum schönsten Geschenk .
Nur dein Telefonnetz musst du selber bauen,
ich selbst hab ein ganz kleines aus Freundschaft und Vertrauen,
alle Menschen die mir wichtig ob groß oder klein,
speise ich in meinen Sendeplatz ein.
So schicke ich täglich liebe Grüße auf die Reise,
dass es wirklich funktioniert, dafür hab ich Beweise,
denn denke ich zum Beispiel an meine liebe Marion,
klingelt schon bald mein Herztelefon.
Nun muss ich mich sputen, hoff ich hab es gut erklärt,
versichere dir noch einmal, bei mir hat es sich bewährt.
Bestellungen nehme ich gern jederzeit entgegen,
schick mir deine Gedanken und spar dir das Reden !
Urheberrecht Celine Rosenkind
Ich hab was erfunden, komm leih mir dein Ohr,
dann stelle ich dir meine Erfindung jetzt vor.
Ein wenig Erklärung muss dazu ich geben,
die Funktion ist ganz einfach, jedoch nicht für jeden.
Es gibt Telefone in vielen Variationen,
mit Video, Musik und anderen Funktionen,
auch kann man sich damit ins Internet wählen,
nur bei Kosten und Auswahl muss man sich quälen.
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lange gegrübelt in manch schlafloser Nacht,
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Es kostet kein Geld, braucht keine Masten die senden,
dass was man nun spart, kann man nun spenden.
Ich garantiere meinen Kunden hohe Zuverlässigkeit,
auch ohne Akku oder Strom, hält es eine Ewigkeit.
Ausgestattet mit schönen Gefühlsklingeltönen,
kann man nun seine Botschaften verschönen.
Man sendet ganz einfach, indem innig man denkt,
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Nur dein Telefonnetz musst du selber bauen,
ich selbst hab ein ganz kleines aus Freundschaft und Vertrauen,
alle Menschen die mir wichtig ob groß oder klein,
speise ich in meinen Sendeplatz ein.
So schicke ich täglich liebe Grüße auf die Reise,
dass es wirklich funktioniert, dafür hab ich Beweise,
denn denke ich zum Beispiel an meine liebe Marion,
klingelt schon bald mein Herztelefon.
Nun muss ich mich sputen, hoff ich hab es gut erklärt,
versichere dir noch einmal, bei mir hat es sich bewährt.
Bestellungen nehme ich gern jederzeit entgegen,
schick mir deine Gedanken und spar dir das Reden !
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19.07.2009, 16.19 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: In Lyrik und Reime gepackt | Tags: Schönes
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Nicht nur
nach Kalendertagen
planen,lachen,
lieben,scherzen,
lasse dich
durchs Leben tragen,
mit Datenspeicherung
im Herzen
© Celine Rosenkind

Ist der Himmel grau
und trübe
glaub mir nur
die Sonne scheint
vom Strahlen ist sie
manchmal müde
wie auch ein Mensch
der einmal weint
© Celine Rosenkind

Gott lebt in uns und wir in ihm
das muss man nur erkennen
er ist des Lebens tiefster Sinn
egal wie wir ihn nennen
©Celine Rosenkind

Glückmomente sammle ich
lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen
© Celine Rosenkind

Dem Negativen
die Stirn zu zeigen
weil es das Positive
nicht sehen will
erreicht man
mit vielen Kleinigkeiten
das will ich erreichen
weil es mein Ziel
©Celine Rosenkind


Meistens bete ich ganz leise
Still im Herzenskämmerlein,
Send den Kummer auf die Reise
Aber auch das Dankbar sein
© Celine Rosenkind

Ich nehme
gerne Platz
auf
hinteren Bänken;
so kann ich Jene,
die das
Rampenlicht suchen,
mit
gebührendem Abstand
bestaunen...
© Celine Rosenkind

nach Kalendertagen
planen,lachen,
lieben,scherzen,
lasse dich
durchs Leben tragen,
mit Datenspeicherung
im Herzen
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Ist der Himmel grau
und trübe
glaub mir nur
die Sonne scheint
vom Strahlen ist sie
manchmal müde
wie auch ein Mensch
der einmal weint
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Gott lebt in uns und wir in ihm
das muss man nur erkennen
er ist des Lebens tiefster Sinn
egal wie wir ihn nennen
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Glückmomente sammle ich
lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen
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Dem Negativen
die Stirn zu zeigen
weil es das Positive
nicht sehen will
erreicht man
mit vielen Kleinigkeiten
das will ich erreichen
weil es mein Ziel
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Meistens bete ich ganz leise
Still im Herzenskämmerlein,
Send den Kummer auf die Reise
Aber auch das Dankbar sein
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Ich nehme
gerne Platz
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hinteren Bänken;
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die das
Rampenlicht suchen,
mit
gebührendem Abstand
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© Celine Rosenkind

Zufallsspruch:
Heute ist die Zeitung aktuell, morgen Packpapier, in einigen Jahren ein Dokument der Geschichte.
powered by BlueLionWebdesign
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