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Möglichkeitsdenker

Möglichkeitsdenker
*
Lass die Träume dir nicht rauben,
Weil sie Teil des Lebens sind,
Nehme sie ernst, versuch zu glauben,
Dass zur Erfüllung sie bestimmt!
*
Träume sind dir mitgegeben,
Um Erdendasein schön zu gestalten,
Mach etwas aus deinem Leben
Lass von Niemandem dich halten.
*
Neid und Missgunst diesen Feinden
Wirst du oft genug begegnen,
Weil in Menschen gern sie keimen,
Achte darauf, wie Freunde reden!
*
Beobachte, wie Menschen lachen,
Lausche auch ihrer Stimmen Klang.
Lass dir dein Ziel nicht madig machen,
Schweig lieber still und pack es an.
*
Lass die Träume niemals sterben,
Lächelnd trage sie ins Licht.
Lass täglich neu lebendig werden,
Dass du ein Möglichkeitsdenker bist!

© Celine Rosenkind

Nickname 11.07.2009, 17.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: eine Hand voll Mut | Tags: Hoffnung

Heilende Hände

Heilende Hände

Heilende Hände möchte ich haben
zum lindern der Not mit all ihrem Schmerz,
heilende Hände auch um zu graben
dort, wo einst etwas schlug, man nennt es Herz!

Weise Worte möchte ich schreiben
schlichten bei Streit, entschärfen den Hass.
Weise Worte gut zum begreifen
Jedem, der vor Kummer die Liebe vergaß!

Die Liebe möchte ich viel mehr beweisen,
weil sie im Leben doch so wichtig ist,
Herzen erwärmen, bevor sie vereisen,
verkünden, dass der Herrgott niemand vergisst!

Auch möchte ich die Beständigkeit leben,
in all meinen Taten und meinem Sein,
stets positiv denken, handeln und reden,
Geborgenheit schenken, wenn Menschen allein!

Ich will's nicht belassen nur das Reden in Worten,
das wäre zu wenig, ich weiß was ich will,
will Wirken und Handeln an traurigen Orten,
mit Zuversicht im Herzen erreichen mein Ziel!

@ Celine Rosenkind

Nickname 11.07.2009, 16.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Mein Gedankengarten | Tags: Mut

Für Dich



An Dich

An den der müde, ohne Mut
Dir schreib ich diese Zeilen
Schenke dir ein Lächeln
Warm, lieb und gut
Halt deine Hand
Will gern verweilen

Ich hab in meiner Lebenszeit
Gesammelt
Wunderschöne Sachen
Für mich die grösste Kostbarkeit
Von allem
Ist ein fröhliches Lachen

Gepaart mit
ein paar Sonnenstrahlen
Mit Sternenstaub
und Mondenschein
Will deine Seele bunt ich malen
Mit Farben die ganz frisch und rein

Auch hab ich Töne im Gepäck
Gesammelt schön in der Natur
Hör wie die Amsel singt so keck
Den Wind der raunt
Durch Wald und Flur

Gern sammelte ich auch weise Worte
Gesprochen und geschrieben
Sie sind
Von ganz besonderer Sorte
Verstehst du sie
Wirst du sie lieben

Ich teile wirklich gern
Mit dir die Schätze
Meines Lebens
Schenk nur ein Lächeln mir dafür
Dann war mein sammeln
Nicht vergebens

Urheberrecht Celine Rosenkind

Nickname 11.07.2009, 16.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: eine Hand voll Mut | Tags: Mut

Der Pressetermin

Der Pressetermin

Lizzy, die ewig beflissene Labormaus, so nannte Robert sie,war heute besonders aufgeregt.
Seit nunmehr fünf Jahren war dieser nörgelnde große Mann im Rollstuhl, der Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben.
Ein Pressetermin war für den heutigen Tag angesagt und es sollte alles perfekt sein.
Prüfend sah sie sich im Zimmer um.
Ja, die goldenen Pokale funkelten so, wie es sein sollte.
Der von ihr ausgesuchte Platz war perfekt. Gewiss würden sie den Reportern sofort auffallen.
Alles schien perfekt, jedenfalls war Lizzy davon überzeugt.
Robert indessen saß stumm in seinem verhassten Gefährt, welches vor einem Tisch, mit Zeitschriften und Frischobstteller bestückt, geparkt war.
Wie gerne hätten seine Hände, zu Fäusten geballt, einmal auf die Tischplatte geschlagen.
Sein Mund einmal losgebrüllt, wie sehr er ihm verhasst war, dieser ganze Rummel.
Heute jedoch hatte er eingeladen.
Heute sollte es die ganze Welt erfahren!
Heute wollte er diesem Spuk ein Ende machen!
Seit er denken konnte, wurde er von der Presse begleitet.
Robert das Wunderkind war allen Medien ein Begriff. Er brachte die Mediziner zum Staunen,
als er mit 5 Monaten stolperfrei die ersten Schritte alleine machte.
Schnelligkeit schien sein Leben zu bestimmen. Auch wollte das Wachsen seines Körpers, sich nicht an vorgegebene Zeiten zu halten. Der Pfarrer meinte, Roberts Eltern seien gesegnet mit solch einem Multitalent. Nun ja, sie waren sehr fromm gewesen. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie Großeltern, Onkels und Tanten rätselten, woher er diese ganzen Veranlagungen habe.
Keiner in seiner Schule konnte schneller laufen als er.
Keiner konnte im Basketballverein höher springen und somit die Körbe besser treffen.
Keiner war mit der Schule schneller fertig als er.
Schneller, höher, weiter, diese Gaben schienen ihm in die Wiege gelegt zu sein.

Vater und Mutter waren kleine, untersetzte, ja fast dicke Menschen gewesen. Als Beamter war Vater niemals an Sport interessiert gewesen.
Dafür hatte er, Robert, viele Pokale gewonnen. Er war der Stolz seiner Eltern, seiner Schule und später eines ganzen Landes.
Dann kam er, jener verhängnisvolle Tag.
Früher als erwartet war Robert nach Hause gekommen.
Seine Eltern waren noch nicht von der Urlaubsreise zurück und Robert leerte den Briefkasten.
Ein brauner dicker Briefumschlag weckte sein Interesse.
Als Absender war ein Forschungslabor aus den USA benannt.
Neugierig öffnete er den Umschlag und fand einen dicken Fragebogen.
Wie schnell eine heile Welt in Scherben gehen kann, erinnerte sich Robert.
Gerne hätte er sein Geheimnis hinausgeschrien in die ganze Welt.
Jene bestraft, die ihm das angetan hatten. Seine Eltern hatten nie erfahren, dass er die Wahrheit kannte.
Nein, das brachte der große Mann nicht übers Herz.
Er fühlte sich betrogen. Glaubte zu wissen, dass er die ganzen Jahre in einer Scheinwelt gelebt hatte.
Nicht einmal der Versuch diesem aufgezwungenen Leben ein Ende zu machen war ihm gelungen. Statt einen richtigen Abgang hinzulegen, saß er nun gelähmt in diesem verhassten Stuhl.
Er hatte es nicht richtig in Angriff genommen war seine traurige Schlussfolgerung.
Zu viele Emotionen machten ihm viele Dinge unmöglich.
Die einzige kleine Schwachstelle, die man bei seiner Zeugung, nicht bedacht hatte,
wurde ihm somit zum Verhängnis.
Heute war sein Tag gekommen. Heute sollten es alle erfahren, um daraus zu lernen.
Die Mischung im Reagenzglas 937 war nicht ausgewogen, war ein Kunstfehler.

Menschen mit den Eigenschaften, höher, schneller, weiter, sollte man mit weniger Herz züchten …

Urheberrecht Celine Rosenkind

Nickname 09.07.2009, 13.41 | PL | einsortiert in: Leseproben Kurzgeschichten | Tags: Geschichten

Von Sparkassen und Lebensbanken

Haben Sie schon einmal eine ganze Stunde, vor einem Bankinstitut, wartend im Auto verbracht?
Da kann man wirklich Etwas erleben,  wenn man wie ich, neugierig die Menschen beobachtet.

Es war an einem unser wunderschönen Ausflugstage. Man traf sich mit der Familie um ein altes Sparbuch aufzulösen. Ich wollte nicht stören und blieb im Auto sitzen.

Anfangs schaute ich fasziniert den Bäumen zu, durch die der Sturm fegte.
Ich überlegte, aber das gehört hier nicht hin.

Es war langweilig. Draußen war es stürmisch, und die Sonne hatte sich hinter dunklen Wolken versteckt.

Ich begann, dem regen Treiben der Menschen, zuzuschauen. Irgendwann bemerkte ich neben mir im Nachbarauto einen Mann, der sich verzweifelt die Haare raufte, nachdem er seinen Kontoauszug gelesen hatte.
Er parkte  genau neben meinem Autofenster, und er fiel mir auf, weil er beschwingt und fröhlich gewesen, vor wenigen Minuten auf den Eingang zugesteuert war.
Nun saß er wie ein Häufchen Elend in seinem Wagen. Was mochte wohl passiert sein?
Es gab  nur einen möglichen Grund – sein Konto wird leergewesen sein.
Nun war die Langeweile verflogen denn ich hatte eine Lieblingsbeschäftigung wieder aufleben lassen. Ich hatte zwar kein Buch mit, las dafür aber in den Gesichtern der Menschen.

Es ist schon interessant,  in welcher Körpersprache, Menschen in eine  Sparkasse streben.

Der eine strotz vor Selbstbewusstsein und macht so richtig einen auf „dicke Hose.“
Andere wiederum schauen ein wenig ängstlich, ich sage mal, sie schleichen zum Geldautomaten. Dann gibt es da noch die ganz Geschäftigen, mit dem Gesichtsausdruck; „Ich bin wichtig," oder z.B., "Alles reine Routine.“

Ich habe sie also beobachtet, diese Kontobesitzer. Ich sah sie hineingehen aber auch wieder herauskommen. Und der Unterschied  war manchmal verblüffend und zum Teil auch sehr traurig.

Ich  las  Fassungslosigkeit, Freude, Ratlosigkeit, Schmerz und Überheblichkeit.

Wie viele Schicksale hängen von ein paar Euros ab und was macht ein Mensch, der gar nichts mehr hat?

Ich habe nachgedacht, wie oft auch ich, in solchen Situationen gewesen bin. Alles was ich an diesem Nachmittag erlebt – in einer einzigen Stunde, hatte ich auch schon durchlebt, erlebt und überlebt.

Hast Du schon einmal über den Kontostand Deiner Lebensbank nachgedacht?

Nein, ich will hier niemanden veräppeln oder so.

Eine Lebensbank zu haben, ist sehr wichtig.
Hier zahle ich meine gelebten Glücksmomente, meine überlebte Traurigkeit mit Gebrauchsanweisung, meine Enttäuschungen, Erfahrungen aber auch meine Erfolgserlebnisse, seit ich denken kann, treu und brav ein.
 Ich habe nun schon fast 60 Jahre eingezahlt. Immer wenn ein Tief  meinen Lebenshimmel verdunkelt hat, konnte ich von meiner Lebensbank abheben, was ich brauchte.
Ein bisschen Glück für traurige Stunden, um wieder auf die Beine zu kommen. In traurigen Zeiten konnte ich gut meine Gebrauchsanweisungen lesen, und fand eine Lösung, wieder herauszukommen. Ich zehre also, von den Zinsen, meiner Erlebnisse und Erfahrungen.
Gelebte, durchlebte und überlebte Freude, Trauer und Schmerz, alles kann ich wirklich verwenden und gebrauchen. So mache ich es bis zum heutigen Tage.
Ich glaube, dass viele Menschen eine Lebensbank haben, und wer noch keine hat, der sollte schnellstens ein Konto eröffnen.

Erlebnisse und gefühlte Momente sollte man niemals wegwerfen.
Nichts in unserem Leben geschieht ohne Grund, und was man momentan nicht gebrauchen kann,
sollte man zur Seite legen, für spätere Tage.

Aber nun noch einmal zurück, zu dieser Stunde, vor der kleinen Sparkasse.
Es war ein Erlebnis, dass  ich nicht missen möchte.
 Ich habe seit jenem Nachmittag sehr viel nachgedacht, und mir sind Dinge eingefallen, die ich längst vergessen glaubte.

Vielleicht konnte ich ja meine Leser zum Nachdenken anregen. Ich bin mir einfach sicher, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken.

© Celine Rosenkind

Nickname 09.07.2009, 13.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Mein Gedankengarten | Tags: erlebt

Später

Später

Er war wie immer in jedem Jahr unweigerlich gekommen.
Einzig, eine vergilbte Urkunde bescheinigte, dass sie vor 65 Jahren, in dieser Welt gelandet war.
Niemand hatte sie  je gefragt noch war sie erwünscht!
Mutter nannte sie immer ein Kuckucksei …
Von  klein  auf, hatte sich das unerwünschte Menschenkind, selbst Trost zugesprochen.
Es schien fast so, als habe SIE sich aus diesem Wort  „Später“  eine Liane gebastelt, um sich von Ast zu Ast, ihrer Lebensabschnitte zu schwingen.
Ihr Blick streifte prüfend den von ihr liebevoll gedeckten Kaffeetisch.
„Sie hätten doch längst hier sein müssen;“ meldete sich traurig  das Unterbewusstsein.
Blitzschnell meldete sich die Hoffnung, um ihr zu versichern, dass es bestimmt später würden werde.
Da war er wieder, der Rettungsanker ihrer Seele.  "Später," tröstete sie  sich!
Später, ja sicher, später würden bestimmt einige Gäste vorbeikommen.

SIE setzte sich in ihren alten Ledersessel, sah versonnen in das Licht ihrer Geburtstagskerze,
als sie auf ihrem Sofa eine kleine Gestalt bemerkte.
Ein kleines zierliches Wesen, hatte dort unbemerkt Platz genommen, und schaute SIE mit traurigen Augen an.

SIE rückte ihre Brille zurecht, um den seltsamen Gast genauer zu betrachten.

Ein zerfetztes Kleid, bedeckte einen zusammengekauerten, geschundenen Körper.
Offene Wunden, blaue Flecken und zerbeulte Knochen, boten keinen schönen Anblick.

„Wer bist Du,“ fragte SIE erstaunt.
„Ich bin Dein Leben;“ erwiderte eine schwache Stimme. „Heute möchte ich Dir einmal zeigen,“ wie es mir geht. Haben wir heute nicht Geburtstag?“

„Du willst mein Leben sein?“ erwiderte SIE aufgewühlt.
„Schau Dich doch einmal an. Zerbeult bist Du, klein und armselig.
Übersät mit Wunden und blauen Flecken! Nein, das kann nicht sein.
Auch bist Du ohne Kraft und Power!
Du wirst Dich wohl in der Tür geirrt haben!“

Das kleine verkrümmte  Etwas öffnete ganz weit seine blauen Augen.
Magisch wurde SIE von diesem Blick angezogen und tauchte  ein,
in das, was sie Leben genannt.
Alles huschte an Ihr vorbei.
Ihre Kindheit mit den Schlägen der Mutter.
Ihre Ehe mit all jener Gewalt und Brutalität, die sie jahrzehntelang ertragen hatte.
Die Freude, welche ihr durch die Geburt der Kinder wiederfahren.
Die Trauer  als sie das Haus verließen!
Die Entbehrungen, welche sie mit dem Wort „Später“ verdrängt.
Der erlebte Missbrauch welchen SIE überlebt.
Sogar die Tränen, die sie nicht mehr weinen konnte, fand sie wieder.

Als sie wieder zu sich kam, war der merkwürdige Gast verschwunden.
Draußen begann es bereits dunkel zu werden und die Geburtstagskerze war längst erloschen.
Die alte Wanduhr schlug zur Abendstunde.

Mühsam erhob sie sich aus dem alten Sessel, um ein kleines Kästchen aus der Kommode zu holen. Verstummt waren die tröstenden Worte welche sie gehegt und gepflegt.
Sie goss sich einen Brandy ein, streichelte die kleine Kapsel, welche sie sich vor Monaten besorgt hatte, und schluckte Beides hinunter.
Später, war ihr letzter Gedanke, später  ist noch früh genug.
Vielleicht würde man sie ja dann vermissen...  später… wenn es zu spät war…

Urheberrecht Celine Rosenkind


Nickname 09.07.2009, 13.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Leseproben Kurzgeschichten | Tags: Geschichten

Der Triumph der Lüge

Der Triumph der Lüge

Alles begann  an einem Sommertag im Jahre 1967.
Die angebliche , vom Jugendamt angeordnete Urlaubsreise nach Berlin, hatte sich als eine böse Falle entpuppt.
An jenem Tag hatte man mir mein altes Leben einfach weggenommen.
Ich hatte gerade meinen 17. Geburtstag gefeiert, und versuchte mich in meiner Urlaubsstadt Berlin
ein wenig wohlzufühlen. Nur noch zwei Tage jubelte mein Herz, dann würde es endlich wieder Richtung Heimat gehen. Ich vermisste mein Zuhause, meine Pflegeeltern und die Taunuswälder. Mir fehlte unser kleiner Bauernhof mit all seinen Tieren. Ich vermisste den weiten Himmel und die Sonnenuntergänge. und ich hatte Sehnsucht nach meiner ersten großen Liebe.
Aber dann kam alles ganz anders.
An jenem herrlichen Sommermorgen hatte mir meinen Personalausweis wegen Fluchtgefahr abgenommen.
Der hässliche dicke Mann mit dem Schwabbelgesicht hatte mir ein Schriftstück unter die Nase gehalten und stolz verkündet, ich müsse ihn nun Vater nennen.
So waren die beiden kleinen Buben also nun meine Halbbrüder und die grellgeschminkte rothaarige Frau meine neue Mutter. Fassungslos sah ich meine neue Familie an und begann ganz langsam zu begreifen.
Nein, ich träumte nicht und ich war auch nicht in einem falschen Film.
Ich war von nun an Tochter dieser mir fremden Menschen.
Vieles was an jenem Tag noch erklärt wurde rauschte an mit vorbei. Ich hatte an einem einzigen Tag, alles was mir etwas bedeutet hatte verloren.
Hilflos und traurig nahm ich meinen kleinen Halbbruder auf den Arm. So konnte ich unter dem Vorwand, er müsse dringend an die frische Luft, die Wohnung verlassen.
Ich suchte einen nahe gelegenen Spielplatz auf, gab Torsten ein paar  Sandförmchen und versuchte meine Gedanken zu ordnen.
Ich war gerade dabei an einem Fluchtplan zu schmieden da spürte ich eine Hand auf meiner Schulter.
Danny, der Junge aus dem Nachbarhaus stand hinter mir und grinste mich an.
„Na Heideröslein, nun geht es ja endlich wieder nach Hause“, meinte er und zog an meinen langen Haaren.
Ich wollte ihm gerade erklären was inzwischen passiert war aber da heulte ich auch schon jämmerlich los.
Ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hat ihm alles verständlich zu erzählen.
Empört schaute er mich an. „Das dürfen die doch gar nicht,“ meinte er und erzählte, dass sein Vater einen hohen Rang bei der Polizei hätte. Der würde mir schon helfen versicherte er glaubwürdig und einen neuen Personalausweis würde er mir auch sicher beschaffen. Aber es würde sicher eine Weile dauern meinte er.
Das leuchtete mir ein und ich wurde etwas ruhiger.
Danny war ein netter Kerl. Er war in der Abiturentenklasse und seine Eltern waren beide berufstätig.
Mein „Vater“ hatte gegen diese Freundschaft nichts einzuwenden.
Schließlich hatten die Eltern einen Beamtenstatus und das war halt in seinen Augen etwas Feines.
So lernte ich in der Zeit des Wartens Berlin wein wenig besser kennen.
„Currywurst mit Pommes“, waren längst zu meinem Lieblingsessen geworden. Ich bewunderte den Aufbau der Gropiusstadt, die nicht weit von uns aus dem Boden gestampft wurde.
Ich lernte Tempelhof mit seinem großen Flughafen lieben. Dort verbrachte ich mit meinem kleinen Halbbruder ganze Nachmittage. Ein kleines Café mit Imbiss lud dort zum Schauen und Verweilen ein.
Sehnsüchtig schaute ich den großen Flugzeugen beim Starten und Landen zu.
Bald, da war ich mir ganz sicher, würde mich eines der Flugzeuge wieder nach Hause bringen.
Inzwischen fühlte ich mich in meiner Mutterrolle, die ich bei dem kleinen Torsten übernommen hatte, recht wohl. Kinder waren von je her etwas ganz Besonderes für mich.
Zu meinen zahlreichen kleinen Freunden gehört auch Torstens Freundin Sarah.
Sarah war ein quirliges kleines Wesen und hatte immer Streiche im Kopf. Am allerliebsten spielte sie verstecken. Das brachte uns manch aufregenden Abend ein, wenn sie nicht pünktlich vom Spielplatz zurückkehrte.
Der Teltowkanal floss nur einen Gehweg weiter von unserer Wohnsiedlung entfernt.  Oft suchten wir in der Dunkelheit mit Taschenlampen bewaffnet nach ihr. Wir hatten immer Erfolg bis auf einen Abend.
Sarah blieb verschwunden. All unser Rufen und auch das Hundegebell schien sie nicht aus ihrem Versteck locken zu können.
Danny und ich waren bei jedem Suchtrupp dabei. Ich hatte mich ein wenig verliebt in seine nette und aufmerksame Art. Wenn seine grünen Augen mich anstrahlten, dann ging es mir irgendwie gut.
Sarah blieb verschwunden. Die Polizei begann mit Tauchern, den Teltowkanal abzusuchen.
Ganze Einsatztruppen, allen voran Dannys Vater durchkämmten die Häuserblöcke.
Ja und da war noch Danny. Unermüdlich unterstützte er die Suche, verteilte  Kaffee und schaute dem Treiben gebannt zu.
Er wollte schließlich unbedingt zur Polizei nach dem Abitur und danach zur Mordkommission.
Ich begann, ihn immer mehr zu bewundern.
Die Leute in der Siedlung tuschelten welches Glück doch seine Eltern hätten so einen tollen Sohn zu haben.
Sarah war nun schon 14 Tage verschwunden. Alle waren ratlos. Danny war sehr traurig und Torsten vermisste sein kleine Freundin.

Ich werde niemals vergessen, wie uns die Sirenen der Polizeiautos aus  dem Schlaf holten.

Es hieß man habe Sarah gefunden. Der Schäferhund eines Hausbewohners, wo Danny mit seinen Eltern lebte, hatte sich auffällig benommen. Er hatte sich nach dem letzten Spaziergang von der Leine gerissen und  war zu den Trockenböden gestürmt.
Einer dieser Dachböden war von Dannys Eltern gemietet. Hier fand man die kleine tote Sarah.
Sie war einem fürchterlichen Verbrechen zum Opfer gefallen und der Täter gestand noch vor Ort.
Es war mein Freund Danny.
Dieser immer nette und strebsame junge Mann. Als man ihn abführte, grinste er mich an und meinte:“ Kopf hoch Heideröslein, man muss sich selbst einen Kick geben in dieser Stadt, um zu überleben“.

Ich habe 33 Jahre in dieser mir einst so verhassten Stadt verbracht, habe gelernt Hochhäuser und Plattenbauten zu lieben  aber diese Gänsehaut wenn ich an Wohnungstüren vorbeigehe, bekomme ich immer wieder.

Urheberrecht Celine Rosenkind

Nickname 09.07.2009, 12.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Am Ufer meines Lebens | Tags: Tagebuch

Mein Wortkarussell



Das Wortkarussell

Liebe Besucher groß und klein
ich lade hier zum Lesen ein!
An meinem Karussell der Worte
öffnet Euch Fantasie die Pforte.

Ganz ohne Geld und Eintrittskarten
Geschichten hier aufs Lesen warten.
Gedichte verfasst in Lyrik und Reim,
 Auch ist das Märchen hier daheim.

Hier wird täglich neu geschrieben,
für Jene, die noch Bücher lieben.
Auch will ich Euch damit beweisen,
man kann auch ohne Geld verreisen!

Nun lasst uns drehen ganz entspannt
viele Runden hier im Buchstabenland.
Ich wünsche viele schöne Fahrten,
genug geredet, lasst uns starten!

© Celine Rosenkind

Nickname 01.07.2009, 12.52 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Mein Wortkarussell | Tags: schönes

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Das Wortkarussell
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Es wird in allen
Einträgen gesucht.
Nicht nur

nach Kalendertagen

planen,lachen,

lieben,scherzen,

lasse dich

durchs Leben tragen,

mit Datenspeicherung

im Herzen

© Celine Rosenkind




Ist der Himmel grau
und trübe
glaub mir nur
die Sonne scheint
vom Strahlen ist sie
manchmal müde
wie auch ein Mensch
der einmal weint

© Celine Rosenkind






Gott lebt in uns und wir in ihm
das muss man nur erkennen
er ist des Lebens tiefster Sinn
egal wie wir ihn nennen

©Celine Rosenkind




Glückmomente sammle ich
lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen

© Celine Rosenkind



Dem Negativen
die Stirn zu zeigen
weil es das Positive
nicht sehen will
erreicht man
mit vielen Kleinigkeiten
das will ich erreichen
weil es mein Ziel

©Celine Rosenkind







Meistens bete ich ganz leise
Still im Herzenskämmerlein,
Send den Kummer auf die Reise
Aber auch das Dankbar sein

© Celine Rosenkind




Ich nehme
gerne Platz
auf
hinteren Bänken;
so kann ich Jene,
die das
Rampenlicht suchen,
mit
gebührendem Abstand
bestaunen...

© Celine Rosenkind





Zufallsspruch:
Charakter haben heißt, mit einem Erlebnis leben, das immer wieder kommt.

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