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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Buchwussels Märchenwelt
Das Geheimnis der 26 Buchstaben

Das Geheimnis der 26 Buchstaben
Vorwort
Liebe kleinen und großen Leser!
Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn es keine Buchstaben gäbe?
Eines gäbe es dann bestimmt nicht,
dieses Märchenbuch welches ich für Euch geschrieben habe und auch keine Buchwusel-Märchenbuchreihe wie ich sie für Euch geplant.
Es gäbe überhaupt keine Bücher und so manches auch nicht, dass Euch lieb und teuer ist.
Die Welt wäre viel ärmer und alles viel langweiliger als Ihr Euch das Vorstellen könnt.
Das alles will ich Euch mit diesem ersten
Band meiner Märchenbuchreihe erzählen.
Ein traumhaftes Erlebnis versprechen Euch Celine und der Buchwussel
Wie alles begann
Es war eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sommertag.
Die Sonne schien, wie es sich gehörte, die Kühe grasten gemütlich auf der Weide.
Auch die Kätzchen schnurrten behaglich in der Sonne..
Halt , ich habe ja ganz vergessen, euch Luisa vorzustellen!
Luisa war ein kleines, hübsches, blondes Mädchen. Die Haare trug sie immer zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das sah lustig aus, wenn sie rannte.
Dann wippte er so komisch und Timo, Luisas kleiner Bruder, prustete vor Lachen.
Luisa hatte freche kleine Sommersprossen auf der Nase die sahen aus, wie kleine Farbkleckse.
Eine kleine Brille musste sie manchmal tragen. Von Rüschen und Röckchen hielt sie gar nichts, auch nicht an diesem Tag, diesem Tag an dem sie Geburtstag hatte..
Um Luisa geht es in diesem Märchen oder sagen wir lieber, ohne Luisa wäre dieses Buch gar nicht geschrieben worden von mir.
Aber nun zurück zur Geschichte.
Luisa hatte also an jenem gewöhnlichen Sommertag Geburtstag. Na und wenn man Geburtstag hat, dann kommen meistens viele Gäste, und die bringen wiederum viele Geschenke! Besonders wenn man schon 6 Jahre alt wird.
So war das auch bei Luisa.
Begeistert und aufgeregt packte sie ein Päckchen nach dem andern aus,so als würde sie etwas suchen.
Bis sie dann ein Päckchen in der Hand hielt, was sie vorsichtig abtastete, während sie ganz still wurde.
So, als hätte Luisa geahnt, dass der Inhalt dieses Päckchens ihr ganzes Leben verändern würde.
Ganz andächtig und mit einem ernsten Gesichtsausdruck, so wie man es von Luisa kaum kannte, löste sie dann die rote Schleife. Was meint ihr, was sie aus dem bunten Papier herauskramte?
„Mein allererstes Lesebuch,“ jubelte Luisa und begann sofort darin zu blättern.
Stolz schaute sie über ihre kleine Brille die Geburtstagsgäste an.
„Ätsch, es gibt es doch, das Geburtagswünschemännchen“ triumphierte sie, und hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Ach, von wegen Luisa, du hast doch bereits genug von solchen Bilderbüchern, das ist doch nichts Besonderes,“ meinte Michael, ihr Kindergartenkumpel.
„Woher willst du denn wissen, dass es ein Bilderbuch ist? Kommt schaut Euch das einmal an!“
Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen, denn schließlich hatten sie auf diese Aufforderung lange genug, immerhin sechseinhalb Minuten, warten müssen.
Wie der Blitz sausten sie nach vorne. Es gab so manchen Ellenbogenstoß, um einen guten Platz zu ergattern.
„Menno, nun passt doch auf, Ihr macht es ja kaputt“, schimpfte Luisa und hielt das Buch ganz hoch, um es zu schützen.
"Das ist ja ein richtiges Erwachsenenlesebuch," bemerkten die Freunde und zuckten bedauernd die Schultern. Na ja, und dass man da erst einmal lesen lernen müsste, maulte Michael, während Susi bemerkte, dass nicht ein Bild darin zu finden sei.
Nur Luisa strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
Wie sehr sie sich dieses Buch gewünscht hatte erzählte sie dann, und dass ein 6jähriges Kind unbedingt lesen lernen müsse, weil Bilderbücher doch nun langweilig seien.
„Puh, lesen lernen das ist ja sooooo schwer,“ tönte da Michael und erzählte, wie schlimm es seinem großen Bruder doch in der Schule gehen würde. Na ja, und überhaupt, dass Luisa einen großen Knall hätte, war seine feste Meinung an jenem Geburtstagsfeiernachmittag!
Bei Luisa wollte keine rechte Lust zum Spielen und Toben mehr aufkommen.
Sie saß in Vaters Schaukelstuhl und versuchte vergeblich in dem neuen Buch zu lesen.
Neben ihr im Gras, lag das ganze bunte Geschenkpapier, in dem es schon einige Minuten laut raschelte. Luisa hatte es vor lauter Eifer nicht wahrgenommen. Doch jetzt schaute sie neugierig auf diesen kleinen bunten Haufen.
Ob sich da wohl eine Maus verirrt hatte? Der Wind konnte es nicht sein denn das hätte sie gespürt. Was man nicht verstehen kann, muss man auskundschaften gell?
Diesen Entschluss fasste unsere Luisa auch und begann, mit einem kleinen Stöckchen, vorsichtig in dem Papier herumzustochern. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und landete etwas unsanft im Gras.
„Autsch, aufhören bitte,“ flehte da eine piepsige Stimme! Was war das denn?
Luisa ließ vor Schreck das Stöckchen fallen und zupfte das Papier vorsichtig auseinander. Da schauten sie zwei große Kulleraugen durch eine Brille vorwurfsvoll an. Ein kleines Etwas krabbelte keuchend aus den Papierresten an die Oberfläche.
Mit offenem Mund blieb unserer Luisa einfach die Spucke weg!
“Wer bist Du denn,” war alles, was sie noch sagen konnte bevor sie auf dem Bauch landete!
Das kleine Etwas entpuppte sich als ein kleines braunes lustig aussehendes Männlein.
Es schüttelte sich benommen und strich sich eifrig sein braunes Mäntelchen glatt.
Dann schaute es Luisa prüfend an, reicht ihr eine klitzekleine Patschhand und fragte höflich:
“Darf ich mich vorstellen?”
Prüfend schaute er Luisa an.
“Mein Name ist Buchwussel“ sagte der kleine Kerl und schon kullerten die ersten Tränen. Verwundert und mitleidig schaute Luisa auf den kleinen Kerl herunter und streckte ihre flache Hand aus.
„Komm hör auf zu weinen,“ sagte sie tröstend. "Ich tu Dir nichts Böses. Lass uns lieber reden, vielleicht kann ich Dir ja helfen“, sagte sie.
„Hast Du ein Taschentuch“, fragte der kleine Buchwussel zaghaft und schwups stand er auf Luisas
Hand.
„Du bist aber ein superniedlicher kleiner Mann,“ stellte Luisa fest. Dann versicherte sie ihm, dass alles gut werden würde, weil sie doch schon 6 Jahre alt sei und ein vernünftiges, großes Mädchen.
Gerade als Buchwussel antworten wollte, kamen die Geburtstagsgäste angestürmt, um sich zu verabschieden.
Viele Hände streckten sich Luisa entgegen, wie das so ist, wenn sich Freunde verabschieden. Nur was tun, wenn man nur eine Hand frei hat?
„Was versteckst Du da hinter Dir,“ fragte Michael neugierig und versuchte Luisa umzudrehen. „Ach das ist mein Geheimnis Michael, ich mag das jetzt nicht zeigen.“
„Typisch Mädchen, dann eben nicht“, maulten einige der Geburtstagsgäste, während Luisa ungeduldig wartete, dass sich die Kinder verabschiedeten.
Unhöflich ist das eigentlich schon, aber wenn man doch bedenkt, dass Luisa den kleinen Buchwussel beschützen musste, dann kann man das verstehen.
Nur, es kann ja außer uns und Luisa keiner wissen.
Vorsichtig schlich sich Luisa ins Haus zurück und konnte ungesehen ins Kinderzimmer schlüpfen, welches sie mit Timo, dem kleinen Bruder, noch teilen musste.
Oben angekommen setzte sie sich mit dem kleinen Wesen aufs Bett. „Siehst Du, hier ist mein Zuhause und nun erzähle doch einmal bitte,“ bettelte sie und trampelte aufgeregt mit den Füßen auf dem Teppich. Buchwussel machte es sich in einer Falte des Kopfkissenbezuges bequem, seufzte tief, und schnaubte erst einmal seine kleine Knollennase.
„Alles nur wegen Deinem Buch,“ sagte er vorwurfsvoll.
Und dann erzählte er Luisa seine ganze traurige Geschichte.
„Wir Buchwussels leben auf dem Buchstabenplaneten im ABC-Land.
Dort wo ich herkomme, müssen die Buchwusselkinder auch zur Schule gehen, genau wie hier bei euch Menschen auch. Wenn wir dann schlau genug sind, dürfen wir in die Bücherläden ziehen, die unser Bürgermeister für uns ausgesucht hat.
Jeder gute Buchladen, der schöne Bücher verkauft, braucht einen Buchwussel,“ erzählte er und nickte energisch.
Was energisch ist, wisst ihr doch oder? Wenn man unbedingt zeigen will, wie ernst oder wichtig etwas ist, dann schaut man richtig energisch aus.
„Wir Buchwussels sorgen dafür,
dass die Bücher nicht staubig werden. Wir lesen sie eifrig, damit die Buchstaben keine Langeweile bekommen,“ erzählte er nun schon etwas fröhlicher.
„Hihi“, lachte Luisa.
Buchstaben können doch keine Langeweile bekommen, Du willst mich nur veräppeln!“ Da erklärte ihr der kleine Buchwussel, wie traurig die Bücher im Buchladen oft monatelang in den Regalen warten müssen, bis jemand vorbeikommt, der noch Freude am Lesen hat. Dann bekommen doch die Buchstaben Langeweile und wir Buchwussels müssen dafür sorgen, dass sie nicht zu traurig werden. Wir müssen sie putzen lesen, damit sie wissen, dass sie gebraucht werden.
Ungläubig schaute Luisa den kleinen Burschen an. „Oh, kannst Du nicht hier bei mir meine Buchstaben putzen und bei mir bleiben? Bis ich mein Buch lesen kann muss ich auch noch viel lernen und ich komme erst im Herbst zur Schule. Da werden meine Buchstaben aber auch eine Langeweile bekommen gell? Und überhaupt, so einen kleinen Freund könnte ich gut brauchen. Wohnen kannst Du doch im Bücherregal.“ „Na, da muss ich erst einmal schauen, ob das auch gute Bücher sind, denn nichts hasse ich mehr wie Mickymaushefte oder Spiderman!“
„Da kann ich Dich beruhigen“, war Luisas Antwort .
Überzeugt haben den Buchwussel nicht nur die Bücher, nein er fand sein neues Zuhause einfach gemütlich und außerdem wurde er hier richtig gebraucht.
So kam es, dass der Buchwussel bei der kleinen Luisa einzog.
Buchwussel erkundete ausgiebig das Zimmer denn er brauchte doch einen Schlafplatz.
Er untersuchte alle vier Ecken, huschte durch die Stofftiere kletterte über Autos und Puppenwagen und entdeckte dann unter Luisas Bett einen kleinen Karton.
Als er den Deckel anhob wurde er ganz aufgeregt. Bunte Buchstaben lagen da drin und er hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Der Buchwussel werd ich genannt
meine Heimat ist das Buchstabenland
ich helfe Menschen groß und klein
beim lesen lernen das ist fein!“
“Ehrlich, das würdest Du tun, mir das Lesen beibringen damit ich endlich mein Geburtstags-Erwachsenenlesebuch lesen kann?“ Der Buchwussel nickte mit dem Kopf. „Na sicher doch gerne, das ist doch großes Buchwusselehrenwort. Aber eine Bitte habe ich noch!“„Alles, was Du willst,“ versprach Luisa.
"Du musst mir mir das Buchwusselland besuchen
um es vor dem Untergang zu retten," erwiderte der kleine Kerl.
Dann erzählte das kleine braune Männchen, dass es dem Bürgermeister und allen Bewohnern seines Landes versprochen hatte, ein Erdenkind bringen würde, welches unbedingt Lesen und Schreiben lernen möchte.
Nur so bekämen die Buchstaben wieder Mut und würden sich nicht mehr überflüssig und traurig fühlen.
„Aber, stotterte Luisa, „wie soll das gehen und wie kommen wir dort hin?“
Der Buchwussel lächelte. „Das ist ganz einfach, du musst mich nur an die Hand nehmen und mit mir in deinen Buchstabenkarton springen!“
So geschah es dann auch, und was dann passierte, hätte sich Luisa niemals träumen lassen.
Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte........
Abenteuer im Buchwusselland Teil 1)
Der geheimnisvolle Weg!
Luisa landete mit dem Buchwussel auf einem weichen Waldboden.
Die Bäume sahen ganz anders aus, als die Bäume, die sie sonst in einem Wald gesehen hatte. Nur was war anders? Ihr blieb keine Zeit es herauszufinden, denn ihr kleiner Freund drängte sie zum Aufstehen.
„Schau Luisa, wir müssen noch über den Fluss der Unwissenheit laufen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und wir müssen es schaffen, bevor die Dunkelheit beginnt.“
Dunkelheit, jetzt schon und mitten im Wald, dachte Luisa, um dann dem Buchwussel eilig hinterherzulaufen. Das hörte sich gar nicht gut an.
Nach einer Zeit, die ihr wie eine halbe Ewigkeit vorkam, hörte sie etwas laut rauschen und zischen. „Das ist der Fluss von dem ich Dir erzählt habe. Er trennt das Buchwusselland von den Menschen.
Schau nur die große Brücke Luisa, “ flüsterte unser Buchwussel und vor Freude hopste er auf Luisas Kopf und zupfte an ihrem Pferdeschwanz.
„He, Du da oben, was soll das denn“, kicherte Luisa, während sie mutig auf die große Brücke zuging.
Oh, war der Fluss aber dunkel und so tief und böse sah er aus. Luisa schauderte ein wenig und Angst wollte sich einschleichen.
Da erklärte ihr das Buchwusselchen, dass dieser Fluss reden könne und Luisa solle doch einmal hinhören.
Angestrengt versuchte sie, zu verstehen was der Fluss wohl sagen würde.
Ein warnendes Raunen erzählte ihr;
„Halt ein mein Kind,
bedenke genau,
am anderen Ufer
wartet das Zwerglein
Werdeschlau,
und bist du in diesem
Land einmal gewesen,
dann willst du immer nur
schreiben und lesen!“
„Na und ob ich das will,“ sagte Luisa und stapfte mutig dem anderen Ufer entgegen.
Ein helles Licht begrüßte die beiden, ach was erzähle ich denn da, es waren Tausende kleiner Glühwürmchen, die ihnen einen Willkommensgruß brachten.
Hinter ihnen standen viele kleine Gestalten, die dem Buchwussel sehr ähnlich waren. Feen, Elfen, Zwerge, Teddys und Kobolde, waren gekommen, um die Beiden auf der Lichtwiese zu begrüßen.
Die kleine, bunte Gesellschaft, redete aufgeregt durcheinander, während der Herr Bürgermeister dem Buchwussel die Hände schüttelte. „Du Tausendsassa,
hast es also wirklich geschafft, und uns nicht zu viel versprochen!“
Der Buchwussel zwinkerte Luisa zu. Gemeinsam setzten sie sich in das gut duftende Gras und warteten gespannt auf Luisas Geschichte.
So erzählte diese, wie sie den Buchwussel kennergelernt hatte, von ihrem Erwachsenenlesebuch
und wie wichtig es für sie sei,dass Lesen zu lernen.
„Und ich helfe ihr dabei“, versicherte der Buchwussel.
„Das wird eine wunderschöne Erfahrung“, versicherten die kleinen Bewohner. Wie toll es werden würde, wenn Luisa dann alle Bücher lesen könne.
So plapperten alle auf Luisa ein, und weil sie ihr etwas zeigen wollten, baten sie Luisa mitzukommen.
„Nur du kannst ihn wieder gesund machen“, versicherte man ihr und dass er im Sterben liegen würde. „Ja, seine Früchte sind schon ganz schrumpelig“, sagte ein kleiner Wichtel.
„Wovon redet ihr überhaupt“, fragte Luisa, während alle an ihr zerrten und zogen. Neugierig waren die kleinen Wesen und so aufgeregt.
Sie liefen gemeinsam den Weg, welcher quer über die Lichtwiese führte, bis sie vor einem alten knorrigen Baum standen. Er hatte keine Blätter, aber dafür hingen an seinen Ästen Buchstaben in allen Farben.
Na ja, Farben kann man eigentlich nicht sagen, denn alle Buchstaben sahen mächtig blass aus.
Der Baum ächzte und stöhnte.
„Ach ja, ich werde wohl bald sterben müssen. Meine Früchte vertrocknen und werden bald zu Boden fallen, so wie meine Blätter, die ich längst verloren habe!“
Nun erzählte und jammerte er, dass man seine Früchte, die Buchstaben nicht mehr gebrauchen könne.
„Die Menschen könnten mit den Buchstaben nichts mehr anfangen. Die haben jetzt so komische Sprachmaschinen. Da brauche man nur zuzuhören oder in diese großen Bilderkästen schauen,“ murmelte der Baum schwach.
Nun wurde es Luisa aber zu bunt.
Sie wurde wütend und erklärte dem Baum, sie wisse genau, dass man, auch wenn man Radio und Fernseher habe, trotzdem lesen können muss.
„Du erzählst genau so ein dummes Zeug, wie mein Freund Michael“, schimpfte sie und schüttelte vor Empörung den Kopf. „So einen Blödsinn auch nur zu denken!“
Erstaunt schaute der Baum sie durch seine müden Augen an.
Sogar die Buchstaben bekamen wieder ein wenig Farbe. „Stimmt denn das, was Du uns da weismachen, willst wirklich?“ Die Buchstaben fingen an sich zu bewegen und plötzlich war eine wunderschöne, leise Melodie zu hören.
Während Luisa sich den Baum ganz genau betrachtete stellte sie fest, dass die Buchstaben schon ganz verstaubt waren.
Beherzt zog sie ihr Namenstaschentuch aus der Hosentasche und begann die Buchstaben vorsichtig und liebevoll zu putzen.
„Oh“, bemerkte das große A, „auf Deinem Taschentuch sind ja Geschwister von uns!“
„Na klar, da hat meine Mama mir meinen Namen eingestickt“, erklärte Luisa ganz stolz und meinte dann: „Nun siehst Du selbst, wie wichtig Ihr alle seid!“
Oh ja, die Buchstaben begannen zu verstehen, und wieder Hoffnung zu schöpfen. Luisa wusste, dass sich hinter jedem Buchstaben wundervolle Geschichten, Märchen, Reime und vieles mehr versteckten. Auch, dass man Buchstaben braucht, um sinnvolle Worte zu basteln, denn sonst würde es keine Bücher geben. Wer keine Buchstaben kennt, kann auch keine Briefe schreiben – ohne Buchstaben wäre das Leben langweilig. Das Radio und auch der Fernseher würden stumm bleiben.
Nun war auch der alte Baum wieder glücklich und seine Äste
bekamen vor Freude kleine grüne Knospen.
„Oh Luisa, brummte er, zum Dank dafür, dass Du in unser Buchwusselland wieder Hoffnung und Freude gebracht hast, erlaube ich Dir, einige Buchstaben zu pflücken und sie mit nach Hause zu nehmen.
Diese Buchstaben sind etwas ganz Besonderes, hüte sie gut!“
Luisa bedankte sich artig. Was meint ihr wohl, wie erstaunt sie war, als einige Buchstaben ganz alleine in ihr Körbchen hinab fielen?
„Wir wollen mit dir in die Menschenwelt reisen, um zu
schauen was man dort so alles macht. Bitte nimm uns mit“, bettelten die Buchstaben.
Luisa hatte nichts dagegen, denn Buchstaben konnte sie immer gut gebrauchen, und Timo würde sich bestimmt auch freuen.
So sagte sie dem Baum mit den Buchstaben „Lebewohl,“ um zu schauen, was es noch zu entdecken gab.
Sie lief mit ihrem neuen Freund
an einem kleinen Bach entlang an dessen Ufer schon ein neues Abenteuer wartete.
Aber das ist wieder eine neue Geschichte....
Urheberrecht Celine Rosenkind
Fortsetzungen folgen ......
Vorwort
Liebe kleinen und großen Leser!
Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn es keine Buchstaben gäbe?
Eines gäbe es dann bestimmt nicht,
dieses Märchenbuch welches ich für Euch geschrieben habe und auch keine Buchwusel-Märchenbuchreihe wie ich sie für Euch geplant.
Es gäbe überhaupt keine Bücher und so manches auch nicht, dass Euch lieb und teuer ist.
Die Welt wäre viel ärmer und alles viel langweiliger als Ihr Euch das Vorstellen könnt.
Das alles will ich Euch mit diesem ersten
Band meiner Märchenbuchreihe erzählen.
Ein traumhaftes Erlebnis versprechen Euch Celine und der Buchwussel
Wie alles begann
Es war eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sommertag.
Die Sonne schien, wie es sich gehörte, die Kühe grasten gemütlich auf der Weide.
Auch die Kätzchen schnurrten behaglich in der Sonne..
Halt , ich habe ja ganz vergessen, euch Luisa vorzustellen!
Luisa war ein kleines, hübsches, blondes Mädchen. Die Haare trug sie immer zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das sah lustig aus, wenn sie rannte.
Dann wippte er so komisch und Timo, Luisas kleiner Bruder, prustete vor Lachen.
Luisa hatte freche kleine Sommersprossen auf der Nase die sahen aus, wie kleine Farbkleckse.
Eine kleine Brille musste sie manchmal tragen. Von Rüschen und Röckchen hielt sie gar nichts, auch nicht an diesem Tag, diesem Tag an dem sie Geburtstag hatte..
Um Luisa geht es in diesem Märchen oder sagen wir lieber, ohne Luisa wäre dieses Buch gar nicht geschrieben worden von mir.
Aber nun zurück zur Geschichte.
Luisa hatte also an jenem gewöhnlichen Sommertag Geburtstag. Na und wenn man Geburtstag hat, dann kommen meistens viele Gäste, und die bringen wiederum viele Geschenke! Besonders wenn man schon 6 Jahre alt wird.
So war das auch bei Luisa.
Begeistert und aufgeregt packte sie ein Päckchen nach dem andern aus,so als würde sie etwas suchen.
Bis sie dann ein Päckchen in der Hand hielt, was sie vorsichtig abtastete, während sie ganz still wurde.
So, als hätte Luisa geahnt, dass der Inhalt dieses Päckchens ihr ganzes Leben verändern würde.
Ganz andächtig und mit einem ernsten Gesichtsausdruck, so wie man es von Luisa kaum kannte, löste sie dann die rote Schleife. Was meint ihr, was sie aus dem bunten Papier herauskramte?
„Mein allererstes Lesebuch,“ jubelte Luisa und begann sofort darin zu blättern.
Stolz schaute sie über ihre kleine Brille die Geburtstagsgäste an.
„Ätsch, es gibt es doch, das Geburtagswünschemännchen“ triumphierte sie, und hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Ach, von wegen Luisa, du hast doch bereits genug von solchen Bilderbüchern, das ist doch nichts Besonderes,“ meinte Michael, ihr Kindergartenkumpel.
„Woher willst du denn wissen, dass es ein Bilderbuch ist? Kommt schaut Euch das einmal an!“
Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen, denn schließlich hatten sie auf diese Aufforderung lange genug, immerhin sechseinhalb Minuten, warten müssen.
Wie der Blitz sausten sie nach vorne. Es gab so manchen Ellenbogenstoß, um einen guten Platz zu ergattern.
„Menno, nun passt doch auf, Ihr macht es ja kaputt“, schimpfte Luisa und hielt das Buch ganz hoch, um es zu schützen.
"Das ist ja ein richtiges Erwachsenenlesebuch," bemerkten die Freunde und zuckten bedauernd die Schultern. Na ja, und dass man da erst einmal lesen lernen müsste, maulte Michael, während Susi bemerkte, dass nicht ein Bild darin zu finden sei.
Nur Luisa strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
Wie sehr sie sich dieses Buch gewünscht hatte erzählte sie dann, und dass ein 6jähriges Kind unbedingt lesen lernen müsse, weil Bilderbücher doch nun langweilig seien.
„Puh, lesen lernen das ist ja sooooo schwer,“ tönte da Michael und erzählte, wie schlimm es seinem großen Bruder doch in der Schule gehen würde. Na ja, und überhaupt, dass Luisa einen großen Knall hätte, war seine feste Meinung an jenem Geburtstagsfeiernachmittag!
Bei Luisa wollte keine rechte Lust zum Spielen und Toben mehr aufkommen.
Sie saß in Vaters Schaukelstuhl und versuchte vergeblich in dem neuen Buch zu lesen.
Neben ihr im Gras, lag das ganze bunte Geschenkpapier, in dem es schon einige Minuten laut raschelte. Luisa hatte es vor lauter Eifer nicht wahrgenommen. Doch jetzt schaute sie neugierig auf diesen kleinen bunten Haufen.
Ob sich da wohl eine Maus verirrt hatte? Der Wind konnte es nicht sein denn das hätte sie gespürt. Was man nicht verstehen kann, muss man auskundschaften gell?
Diesen Entschluss fasste unsere Luisa auch und begann, mit einem kleinen Stöckchen, vorsichtig in dem Papier herumzustochern. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und landete etwas unsanft im Gras.
„Autsch, aufhören bitte,“ flehte da eine piepsige Stimme! Was war das denn?
Luisa ließ vor Schreck das Stöckchen fallen und zupfte das Papier vorsichtig auseinander. Da schauten sie zwei große Kulleraugen durch eine Brille vorwurfsvoll an. Ein kleines Etwas krabbelte keuchend aus den Papierresten an die Oberfläche.
Mit offenem Mund blieb unserer Luisa einfach die Spucke weg!
“Wer bist Du denn,” war alles, was sie noch sagen konnte bevor sie auf dem Bauch landete!
Das kleine Etwas entpuppte sich als ein kleines braunes lustig aussehendes Männlein.
Es schüttelte sich benommen und strich sich eifrig sein braunes Mäntelchen glatt.
Dann schaute es Luisa prüfend an, reicht ihr eine klitzekleine Patschhand und fragte höflich:
“Darf ich mich vorstellen?”
Prüfend schaute er Luisa an.
“Mein Name ist Buchwussel“ sagte der kleine Kerl und schon kullerten die ersten Tränen. Verwundert und mitleidig schaute Luisa auf den kleinen Kerl herunter und streckte ihre flache Hand aus.
„Komm hör auf zu weinen,“ sagte sie tröstend. "Ich tu Dir nichts Böses. Lass uns lieber reden, vielleicht kann ich Dir ja helfen“, sagte sie.
„Hast Du ein Taschentuch“, fragte der kleine Buchwussel zaghaft und schwups stand er auf Luisas
Hand.
„Du bist aber ein superniedlicher kleiner Mann,“ stellte Luisa fest. Dann versicherte sie ihm, dass alles gut werden würde, weil sie doch schon 6 Jahre alt sei und ein vernünftiges, großes Mädchen.
Gerade als Buchwussel antworten wollte, kamen die Geburtstagsgäste angestürmt, um sich zu verabschieden.
Viele Hände streckten sich Luisa entgegen, wie das so ist, wenn sich Freunde verabschieden. Nur was tun, wenn man nur eine Hand frei hat?
„Was versteckst Du da hinter Dir,“ fragte Michael neugierig und versuchte Luisa umzudrehen. „Ach das ist mein Geheimnis Michael, ich mag das jetzt nicht zeigen.“
„Typisch Mädchen, dann eben nicht“, maulten einige der Geburtstagsgäste, während Luisa ungeduldig wartete, dass sich die Kinder verabschiedeten.
Unhöflich ist das eigentlich schon, aber wenn man doch bedenkt, dass Luisa den kleinen Buchwussel beschützen musste, dann kann man das verstehen.
Nur, es kann ja außer uns und Luisa keiner wissen.
Vorsichtig schlich sich Luisa ins Haus zurück und konnte ungesehen ins Kinderzimmer schlüpfen, welches sie mit Timo, dem kleinen Bruder, noch teilen musste.
Oben angekommen setzte sie sich mit dem kleinen Wesen aufs Bett. „Siehst Du, hier ist mein Zuhause und nun erzähle doch einmal bitte,“ bettelte sie und trampelte aufgeregt mit den Füßen auf dem Teppich. Buchwussel machte es sich in einer Falte des Kopfkissenbezuges bequem, seufzte tief, und schnaubte erst einmal seine kleine Knollennase.
„Alles nur wegen Deinem Buch,“ sagte er vorwurfsvoll.
Und dann erzählte er Luisa seine ganze traurige Geschichte.
„Wir Buchwussels leben auf dem Buchstabenplaneten im ABC-Land.
Dort wo ich herkomme, müssen die Buchwusselkinder auch zur Schule gehen, genau wie hier bei euch Menschen auch. Wenn wir dann schlau genug sind, dürfen wir in die Bücherläden ziehen, die unser Bürgermeister für uns ausgesucht hat.
Jeder gute Buchladen, der schöne Bücher verkauft, braucht einen Buchwussel,“ erzählte er und nickte energisch.
Was energisch ist, wisst ihr doch oder? Wenn man unbedingt zeigen will, wie ernst oder wichtig etwas ist, dann schaut man richtig energisch aus.
„Wir Buchwussels sorgen dafür,
dass die Bücher nicht staubig werden. Wir lesen sie eifrig, damit die Buchstaben keine Langeweile bekommen,“ erzählte er nun schon etwas fröhlicher.
„Hihi“, lachte Luisa.
Buchstaben können doch keine Langeweile bekommen, Du willst mich nur veräppeln!“ Da erklärte ihr der kleine Buchwussel, wie traurig die Bücher im Buchladen oft monatelang in den Regalen warten müssen, bis jemand vorbeikommt, der noch Freude am Lesen hat. Dann bekommen doch die Buchstaben Langeweile und wir Buchwussels müssen dafür sorgen, dass sie nicht zu traurig werden. Wir müssen sie putzen lesen, damit sie wissen, dass sie gebraucht werden.
Ungläubig schaute Luisa den kleinen Burschen an. „Oh, kannst Du nicht hier bei mir meine Buchstaben putzen und bei mir bleiben? Bis ich mein Buch lesen kann muss ich auch noch viel lernen und ich komme erst im Herbst zur Schule. Da werden meine Buchstaben aber auch eine Langeweile bekommen gell? Und überhaupt, so einen kleinen Freund könnte ich gut brauchen. Wohnen kannst Du doch im Bücherregal.“ „Na, da muss ich erst einmal schauen, ob das auch gute Bücher sind, denn nichts hasse ich mehr wie Mickymaushefte oder Spiderman!“
„Da kann ich Dich beruhigen“, war Luisas Antwort .
Überzeugt haben den Buchwussel nicht nur die Bücher, nein er fand sein neues Zuhause einfach gemütlich und außerdem wurde er hier richtig gebraucht.
So kam es, dass der Buchwussel bei der kleinen Luisa einzog.
Buchwussel erkundete ausgiebig das Zimmer denn er brauchte doch einen Schlafplatz.
Er untersuchte alle vier Ecken, huschte durch die Stofftiere kletterte über Autos und Puppenwagen und entdeckte dann unter Luisas Bett einen kleinen Karton.
Als er den Deckel anhob wurde er ganz aufgeregt. Bunte Buchstaben lagen da drin und er hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Der Buchwussel werd ich genannt
meine Heimat ist das Buchstabenland
ich helfe Menschen groß und klein
beim lesen lernen das ist fein!“
“Ehrlich, das würdest Du tun, mir das Lesen beibringen damit ich endlich mein Geburtstags-Erwachsenenlesebuch lesen kann?“ Der Buchwussel nickte mit dem Kopf. „Na sicher doch gerne, das ist doch großes Buchwusselehrenwort. Aber eine Bitte habe ich noch!“„Alles, was Du willst,“ versprach Luisa.
"Du musst mir mir das Buchwusselland besuchen
um es vor dem Untergang zu retten," erwiderte der kleine Kerl.
Dann erzählte das kleine braune Männchen, dass es dem Bürgermeister und allen Bewohnern seines Landes versprochen hatte, ein Erdenkind bringen würde, welches unbedingt Lesen und Schreiben lernen möchte.
Nur so bekämen die Buchstaben wieder Mut und würden sich nicht mehr überflüssig und traurig fühlen.
„Aber, stotterte Luisa, „wie soll das gehen und wie kommen wir dort hin?“
Der Buchwussel lächelte. „Das ist ganz einfach, du musst mich nur an die Hand nehmen und mit mir in deinen Buchstabenkarton springen!“
So geschah es dann auch, und was dann passierte, hätte sich Luisa niemals träumen lassen.
Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte........
Abenteuer im Buchwusselland Teil 1)
Der geheimnisvolle Weg!
Luisa landete mit dem Buchwussel auf einem weichen Waldboden.
Die Bäume sahen ganz anders aus, als die Bäume, die sie sonst in einem Wald gesehen hatte. Nur was war anders? Ihr blieb keine Zeit es herauszufinden, denn ihr kleiner Freund drängte sie zum Aufstehen.
„Schau Luisa, wir müssen noch über den Fluss der Unwissenheit laufen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und wir müssen es schaffen, bevor die Dunkelheit beginnt.“
Dunkelheit, jetzt schon und mitten im Wald, dachte Luisa, um dann dem Buchwussel eilig hinterherzulaufen. Das hörte sich gar nicht gut an.
Nach einer Zeit, die ihr wie eine halbe Ewigkeit vorkam, hörte sie etwas laut rauschen und zischen. „Das ist der Fluss von dem ich Dir erzählt habe. Er trennt das Buchwusselland von den Menschen.
Schau nur die große Brücke Luisa, “ flüsterte unser Buchwussel und vor Freude hopste er auf Luisas Kopf und zupfte an ihrem Pferdeschwanz.
„He, Du da oben, was soll das denn“, kicherte Luisa, während sie mutig auf die große Brücke zuging.
Oh, war der Fluss aber dunkel und so tief und böse sah er aus. Luisa schauderte ein wenig und Angst wollte sich einschleichen.
Da erklärte ihr das Buchwusselchen, dass dieser Fluss reden könne und Luisa solle doch einmal hinhören.
Angestrengt versuchte sie, zu verstehen was der Fluss wohl sagen würde.
Ein warnendes Raunen erzählte ihr;
„Halt ein mein Kind,
bedenke genau,
am anderen Ufer
wartet das Zwerglein
Werdeschlau,
und bist du in diesem
Land einmal gewesen,
dann willst du immer nur
schreiben und lesen!“
„Na und ob ich das will,“ sagte Luisa und stapfte mutig dem anderen Ufer entgegen.
Ein helles Licht begrüßte die beiden, ach was erzähle ich denn da, es waren Tausende kleiner Glühwürmchen, die ihnen einen Willkommensgruß brachten.
Hinter ihnen standen viele kleine Gestalten, die dem Buchwussel sehr ähnlich waren. Feen, Elfen, Zwerge, Teddys und Kobolde, waren gekommen, um die Beiden auf der Lichtwiese zu begrüßen.
Die kleine, bunte Gesellschaft, redete aufgeregt durcheinander, während der Herr Bürgermeister dem Buchwussel die Hände schüttelte. „Du Tausendsassa,
hast es also wirklich geschafft, und uns nicht zu viel versprochen!“
Der Buchwussel zwinkerte Luisa zu. Gemeinsam setzten sie sich in das gut duftende Gras und warteten gespannt auf Luisas Geschichte.
So erzählte diese, wie sie den Buchwussel kennergelernt hatte, von ihrem Erwachsenenlesebuch
und wie wichtig es für sie sei,dass Lesen zu lernen.
„Und ich helfe ihr dabei“, versicherte der Buchwussel.
„Das wird eine wunderschöne Erfahrung“, versicherten die kleinen Bewohner. Wie toll es werden würde, wenn Luisa dann alle Bücher lesen könne.
So plapperten alle auf Luisa ein, und weil sie ihr etwas zeigen wollten, baten sie Luisa mitzukommen.
„Nur du kannst ihn wieder gesund machen“, versicherte man ihr und dass er im Sterben liegen würde. „Ja, seine Früchte sind schon ganz schrumpelig“, sagte ein kleiner Wichtel.
„Wovon redet ihr überhaupt“, fragte Luisa, während alle an ihr zerrten und zogen. Neugierig waren die kleinen Wesen und so aufgeregt.
Sie liefen gemeinsam den Weg, welcher quer über die Lichtwiese führte, bis sie vor einem alten knorrigen Baum standen. Er hatte keine Blätter, aber dafür hingen an seinen Ästen Buchstaben in allen Farben.
Na ja, Farben kann man eigentlich nicht sagen, denn alle Buchstaben sahen mächtig blass aus.
Der Baum ächzte und stöhnte.
„Ach ja, ich werde wohl bald sterben müssen. Meine Früchte vertrocknen und werden bald zu Boden fallen, so wie meine Blätter, die ich längst verloren habe!“
Nun erzählte und jammerte er, dass man seine Früchte, die Buchstaben nicht mehr gebrauchen könne.
„Die Menschen könnten mit den Buchstaben nichts mehr anfangen. Die haben jetzt so komische Sprachmaschinen. Da brauche man nur zuzuhören oder in diese großen Bilderkästen schauen,“ murmelte der Baum schwach.
Nun wurde es Luisa aber zu bunt.
Sie wurde wütend und erklärte dem Baum, sie wisse genau, dass man, auch wenn man Radio und Fernseher habe, trotzdem lesen können muss.
„Du erzählst genau so ein dummes Zeug, wie mein Freund Michael“, schimpfte sie und schüttelte vor Empörung den Kopf. „So einen Blödsinn auch nur zu denken!“
Erstaunt schaute der Baum sie durch seine müden Augen an.
Sogar die Buchstaben bekamen wieder ein wenig Farbe. „Stimmt denn das, was Du uns da weismachen, willst wirklich?“ Die Buchstaben fingen an sich zu bewegen und plötzlich war eine wunderschöne, leise Melodie zu hören.
Während Luisa sich den Baum ganz genau betrachtete stellte sie fest, dass die Buchstaben schon ganz verstaubt waren.
Beherzt zog sie ihr Namenstaschentuch aus der Hosentasche und begann die Buchstaben vorsichtig und liebevoll zu putzen.
„Oh“, bemerkte das große A, „auf Deinem Taschentuch sind ja Geschwister von uns!“
„Na klar, da hat meine Mama mir meinen Namen eingestickt“, erklärte Luisa ganz stolz und meinte dann: „Nun siehst Du selbst, wie wichtig Ihr alle seid!“
Oh ja, die Buchstaben begannen zu verstehen, und wieder Hoffnung zu schöpfen. Luisa wusste, dass sich hinter jedem Buchstaben wundervolle Geschichten, Märchen, Reime und vieles mehr versteckten. Auch, dass man Buchstaben braucht, um sinnvolle Worte zu basteln, denn sonst würde es keine Bücher geben. Wer keine Buchstaben kennt, kann auch keine Briefe schreiben – ohne Buchstaben wäre das Leben langweilig. Das Radio und auch der Fernseher würden stumm bleiben.
Nun war auch der alte Baum wieder glücklich und seine Äste
bekamen vor Freude kleine grüne Knospen.
„Oh Luisa, brummte er, zum Dank dafür, dass Du in unser Buchwusselland wieder Hoffnung und Freude gebracht hast, erlaube ich Dir, einige Buchstaben zu pflücken und sie mit nach Hause zu nehmen.
Diese Buchstaben sind etwas ganz Besonderes, hüte sie gut!“
Luisa bedankte sich artig. Was meint ihr wohl, wie erstaunt sie war, als einige Buchstaben ganz alleine in ihr Körbchen hinab fielen?
„Wir wollen mit dir in die Menschenwelt reisen, um zu
schauen was man dort so alles macht. Bitte nimm uns mit“, bettelten die Buchstaben.
Luisa hatte nichts dagegen, denn Buchstaben konnte sie immer gut gebrauchen, und Timo würde sich bestimmt auch freuen.
So sagte sie dem Baum mit den Buchstaben „Lebewohl,“ um zu schauen, was es noch zu entdecken gab.
Sie lief mit ihrem neuen Freund
an einem kleinen Bach entlang an dessen Ufer schon ein neues Abenteuer wartete.
Aber das ist wieder eine neue Geschichte....
Urheberrecht Celine Rosenkind
Fortsetzungen folgen ......
23.02.2011, 19.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Buchwussel

Kinder ich rufe laut hurra,
endlich bin ich wieder da!
War viel zu lange von hier fort
weilte an einem anderen Ort.
Das Heimweh hat mich arg geschüttelt,
die Tränen haben mich geschüttelt!
Schnell packte ich den Koffer mein
und heute zieh ich wieder ein.
Mein zu Hause ist das Buchstabenland
als Buchwussel bin ich sehr bekannt,
mit Buchstaben und Märchen fein,
lade ich die Kinder zum Lesen ein!
Vor einiger Zeit konnte man es sehen,
plötzlich war möglich das Laufen und Stehen.
So mancher konnt es gar nicht glauben,
ich rolle sogar mit meinen Augen!
Nun kann ich sogar Auto fahren,
kann musizieren und jonglieren.
Ja selbst das Löschen fällt mir nicht schwer,
denn ich bin jetzt bei der Feuerwehr!
Zu Fasching hab ich eine rote Nase,
zu Ostern spiele ich den Osterhase,
und kommt die Weihnachtszeit heran,
bin ich auch mal ein Weihnachtsmann!
Ich hab eine Freundin, das ist bekannt,
Wusselchen wird sie liebevoll genannt.
Glaubt mir nur, bald ist es soweit soweit,
dann sieht man uns hier auch zu zweit.
So werde ich euch in Kinderzeiten.
in manches Abenteuer und Märchen begleiten.
Ich freue mich schon auf Tag, Monat und Jahr,
sehe fröhlich zurück auf alles was bisher geschah!
© Celine Rosenkind
23.02.2011, 19.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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