Das Wortkarussell
 

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 Wolfgang Stoesser



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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: einst schieb....

Der verliebte Maikäfer

Der verliebte Maikäfer

Glühwürmchen, steck's Laternchen an!
ich will ein Ständchen bringen,
zur roten Tulpe führ' mich hin,
da wohnt meine schöne Fliege drin,
die hört so gern mich singen!"
Maikäfer spricht's, der eitle Geck;
er knüpft nach Stutzerweise
sein braunes Röckchen zierlich auf,
zieht kraus die Flügel draus herauf,
und macht sich auf die Reise.

Auf gold'nem Stühlchen saß daheim
schön' Fliege gar app'titlich,
trank ihren Tau in guter Ruh,
aß etwas Blumenstaub dazu
und war so recht gemütlich.

Da leuchtet's durch die rote Wand,
sie war gar fein gewoben;
da summt es drauß,
da wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäferchen saß oben.

Schön' Fliege denkt: "Du alter Narr,
du kommst mir recht zu passe!"
Sie fliegt zum Dach und giesset schlau
einen ganzen großen Tropfen Tau
dem Käfer auf die Nase.

Kalt Wasser, von so zarter Hand
auf heißes Blut gegossen,
das kühlt ein ewnig heftig ab,
Maikäfer stürzt im Nu herab,
als wär' er tot geschossen.

Doch kaum erholt er sich vom Schreck,
da spricht er ohn' Verdriessen:
"Das Zuckerkind! wie denkt sie mein!
wollt' mich mit süßem Trank erfreu'n,
tät nur zu viel vergiessen!"

Schön' Fliege macht die Äuglein zu
und meint: der kommt nich wieder;
da summt es drauß, da brummt es drauß,
es wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäferchen kam wieder.

Schön' Fliege denkt: "Nun warte, Wicht!
Ich will im Takt dich rütteln!"
Sie fliegt vom Wand zu Wand herum,
daß sich die ganze Tulpenblum',
als wär ein Sturm, muß schütteln.

Wer hoch in Liebesträumen schwebt,
sieht nicht auf Steg und Wegen;
die Tulpenwände waren glatt,
und eh's der Käfer merken tat,
hat unden er gelegen.

Doch kaum erholt er sich vom Schreck,
vergessen war das Leiden:
"O je! wie bin ich doch beglückt,
mein Ständchen hat sie so entzückt,
daß hoch sie sprang vor Freuden!"

Schön' Fliege, bald im Schlummer schon,
sie denkt: der kommt nicht wieder;
da summt es drauß, da brummt es drauß,
es wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäferchen kam wieder.

"Jetzt hab' ich den Gesellen satt,
soll mir nicht wieder kommen;
ist nur die Sonne erst erwacht
und hat mein Häuschen aufgemacht,
dann soll's ihm schlecht bekommen!"

Und wie die liebe Sonne
durch die ersten Fügen blinket,
da stürmt im Fluge sie hervor,
schlägt mit den Flügeln ihm um's Ohr,
daß tief ins Gras er sinket.

Doch bald erholt er sich vom Schreck:
"Nun ist mein Glück vollkommen!
Sie wollt' mich küssen offenbar,
da mußte grad ich dummer Narr
ihr untern Flügel kommen!

Glühwürmchen! Glühwürmchen!
Glühwürmchen, lisch dein Lichtchen aus,
mußt nicht so viel vergeuden!
wir brauchen's heute Abend doch,
da kommen wir viel früher noch!
es macht ihr tausend Freuden!
 
© Robert Reinick

Nickname 30.04.2010, 17.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maiglöckchen und die Blümelein




Maiglöckchen läutet in dem Tal,
das klingt so hell und fein,
so kommt zum Reigen allzumal,
ihr lieben Blümelein!

Die Blümchen, blau und gelb und weiß
Sie kommen all herbei,
Vergißmeinnicht und Ehrenpreis
und Veilchen sind dabei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu
und alle tanzen dann.
Der Mond sieht ihnen freundlich zu,
hat seine Freude dran.

Den Junker Reif verdroß das sehr,
Er kommt ins Tal hinein;
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr.
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Rief das Tal verläßt,
da rufet wieder schnell
Maiglöckchen auf zum Frühlingsfest
und leuchtet doppelt hell.

Nun hält's auch mich nicht mehr zu Haus
Maiglöckchen ruft auch mich.
Die Blümchen gehn zum Tanze aus,
zum Tanzen geh auch ich!
 
© Hoffmann von Fallersleben

Nickname 30.04.2010, 17.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Kästchen



Das Kästchen

Ihr alle wißt, wie häufig es geschieht,
Daß man ein Ding zunächst sehr schwierig sieht.
Dabei läg doch darin die ganze List,
zu sehn, wie einfach eine Sache ist.

Ein kleines Kästchen ging von Hand zu Hand.
Es war von einem Meister hergestellt-
So hübsch, daß es gleich in die Augen fällt.
Ein Mann, der von Mechanik was verstand,
Trat auch dazu, sieht hin, und er entdeckt,
Daß in dem Kästchen ein Geheimnis steckt.
Er sagt:"Nicht eine Spur von Schloß, doch ich
Brings auf, ob ihr auch grinst, ich sicherlich.
Ihr werdet sehn, ich komm gleich auf den Dreh,
Weil ich ja von Mechanik was versteh."
Ans Kästchen macht sich unser Mann,
Sieht es von allen Seiten an,
Um jeden Nagel, jeden Knopf
Zermartert er sich seinen Kopf.
Mit wachsendem Verwundern sehn
Die übrigen ihn ratlos stehn.
Man tuschelt, spötelt rings im Chor,
Ein Rauschen ist in seinem Ohr:
"Nicht so und auch nicht so..." Er plagt sich sehr
Und schwitzt und mag zuletzt nicht mehr.
Er legt das Kästchen aus der Hand.
Ein Mensch, der von Mechanik nichts verstand,
Greift zu. Nun gings. Es war einfach zum Lachen:
Man brauchte nur den Deckel aufzumachen.

Urheberrecht IWAN KRYLOW

Nickname 09.07.2009, 18.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Glückmomente sammle ich

lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen 

© Celine Rosenkind








Ganz privat erlebt man mich :





Gefühle muss man sorgsam hegen

mit Liebe wie mit Ehrlichkeit
es ist ein gar aufwendiges Pflegen
doch sicher ist´s es lohnt die Zeit

©Celine Rosenkind






Ist der Himmel grau
und trübe

glaub mir nur
die Sonne scheint

vom Strahlen ist sie
manchmal müde

wie auch ein Mensch
der einmal weint

© Celine Rosenkind


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