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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Meine Wortwerkstatt
Momentan

Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Generationen vor uns, dies auch so empfunden haben.
Ein glückliches Leben, wer träumt nicht davon oder strebt es an.
In das Buch unserer Zukunft schreiben wir unsere Wünsche und Träume.
Es scheint oft, als würde eine unsichtbare Hand diese zerstören.
Wenn ich an die Gespräche mit Großvater denke, erinnere ich mich sehr gut, was er mir in meinen Kindertagen alles erzählt hat.
Auch er hatte es nicht leicht und Großmutter - damals als Frau noch eine richtige Zauberin des Hauses, auch nicht.
Beide versicherten mir, dass jede Generation der Menschheit es nie leicht gehabt hätte, und das würde sich nicht ändern
Als gute Christen nannten sie es Prüfungen.
Da war z. B. sein immer gut aufgeräumter Werkzeugschuppen welcher mit riesigen Geldscheinen tapeziert war. Seine ganzen Ersparnisse, damals für einen neuen Hof gedacht, wurden durch die Inflation wertlos. Viele seiner materiellen Träume sind unerfüllt geblieben aber er erklärte mir nicht nur mit Worten, wie unwichtig dies gewesen.
Großvater liebte die Erde mit all ihrer Schöpfung. Das sind Werte, die kann man nicht kaufen und alles auf ihr, und in ihr, ist nicht zu ersetzen.
Diese gilt es zu bewahren und zu schützen. Das hat oberste Priorität.
Um dieses Ziel zu kämpfen lohnt sich jeder Einsatz.
Ich muss an die ganzen Erzählungen denken in unserer heutigen traurigen und schweren Zeit.
Er, mein Großvater hat niemals seinen Mut verloren. Er hat die Hoffnung nie aufgegeben und sein Ziel, als glücklicher und dankbarer Mensch seine Erdenzeit zu verbringen erreicht.
Ich kann der momentanen Situation, die uns tägliche neue Schreckensnachrichten bringt, auch nichts Gutes abgewinnen aber ich hatte ein lebendiges und gutes Vorbild. Davon kann ich zehren. Das ist wie eine kleine Tankstelle in mir zusammen mit meinem Glauben an Gott Liebe.
Vielleicht können wir das , jeder auf seine Art , auch versuchen; versuchen Hoffnung und Mut zu schenken. Nicht mit oberflächlichen Worten sondern mit ganzer Seele.
Es ist wundervoll die Schönheiten der Natur in Wort und Bild festzuhalten. Schneller als man gedacht, hat man dann auch so ein Enkelkind auf dem Schoß sitzen, und kann wie mein Großvater erzählen und zeigen, erklären und seinen gefundenen Mut, samt Hoffnung weiterreichen . Dann ist man selbst eine kleine Tankstelle , im Herzen getragen in Zeiten, die nach uns kommen. Dankbar werden die Menschen sie weiterreichen und weiterreichen……
Gedanken zu und nach Fukushima © Celine Rosenkind
05.05.2011, 18.49 | PL
Wie es sein könnte

Heute melden alle Tageszeitungen, dass alle Politiker dieser Erde begriffen haben,
wie sinnlos es ist, unsere Steuergelder in Waffen und Rüstung zu investieren.
Auch dass wir ohne Atomkraftwerke leben möchten, haben sie endlich begriffen.
Armut, Gewalt und Umweltverschmutzung sollen abgeschafft werden.
Nun endlich kommen sie alle zusammen, um den Weltfrieden zu gründen.
Jeder hatte eine lange Liste mitgebracht, wo alles aufgeschrieben ist,
Wirtschaftsschwerpunkte und auch Schwächen und Missstände..
Während aus ehemaligen Kriegsgebieten alle Soldaten nach Hause geschickt werden,
tauscht man sich sehr lebendig aus – welches Land – welcher Staat sich nützlich
machen kann in jener neuen Weltordnung, deren Ziel es ist, sich zu ergänzen!
Auch die Bevölkerung aller Schichten ist aufgerufen, eigene Ideen einzubringen.
Man versichert, dass alles sehr ernst genommen und notfalls gemeinsam diskutiert wird.
Plötzlich funktioniert es~ sind tausend neue und positive Gedanken da.
Alle reden lange miteinander, hören sich gegenseitig zu. Ja, sie nehmen sich ernst damit es
allen Menschen von Tag zu Tag besser geht.
Arbeitslosigkeit wird zum Unwort des Jahres erklärt. Man krempelt die Ärmel hoch und beginnt sich zu ergänzen. Endlich ist dieses Bewusstsein an die Oberfläche gelangt, dass jeder Mensch etwas tun kann.
Unser Planet Erde blüht unter dem Lachen unbeschwerter Kinder auf, die nun ohne Angst, egal in welcher Hautfarbe die Erde zu bevölkern.
Glückliche Menschen ohne Angst und voll Bewunderung für friedliche Politiker.
Ja, für das nächste Jahr haben die Politiker beschlossen, sich ganz ins Privatleben zurückzuziehen.
Denn friedliche Menschen, in ständigem Dialog mit dem andern, brauchen keine Regierung!
© Celine Rosenkind
16.11.2010, 15.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Apfel
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder doch?
Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, ist eines der schrecklichsten Sprichwörter,
die mich, nicht nur durch meine Kindheit begleitet haben.
Ich bin der festen Überzeugung, dass man mit solchen Schlussfolgerungen vorsichtig umgehen sollte.
Ich rede hier von Erfahrungen, die ich in meiner Kindheit gemacht habe.
Es war z. B. selbstverständlich, dass wenn Geld in der Haushaltskasse fehlte, nur ICH daran schuld gewesen sein musste.
Ich hatte einen Vater, der wohl nicht gerade ein ehrlicher Mensch gewesen sein muss.
Also war ich bereits verurteilt, ohne zu wissen, wofür und warum.
Nun war ich bereits im Schulalter wie viele Mädchen, auch ein niedliches Mädchen. Klar doch, dass mich jedes männliche Wesen mich auf unangenehme Art anfassen durfte, denn; „der Apfel fällt ja nicht weit vom Stamm!“
Meine Mutter hatte sich im Dörfchen einen Ruf eingehandelt, der automatisch auf mich übertragen wurde.
Wie oft wurde alles was man mit unterstellte oder mir antat, mit diesem furchtbaren Sprichwort, gerechtfertigt.
Meine Schwester hatte da wirklich die besseren Karten. Sie war eben von einem anderen Stamm, hatte einen anderen Vater und doch hatten wir eine gemeinsame Mutter.
Ich weiß noch, wie ängstlich ich morgens zur Schule geschlichen bin. Jeden Feldweg habe ich ausgenutzt um nicht meinen Schulkameraden mit ihrem Gelächter, auf der Straße ausgesetzt zu sein. Im Sommer ging ich sogar schon ganz früh aus dem Haus. Dann setzte mich, auf dem noch leeren Schulhof, in die Sonne. Bauchschmerzen machte mir die Angst vor dem Klassenzimmer. Ich hatte keine anständigen Hefte noch eine hübsche Federtasche, von meiner Kleidung mal ganz abgesehen. Aber etwas hatte ich in mir. Stolz, Kampfgeist und viel Fantasie.
So entwickelte ich die Fähigkeit mir vorzustellen, wie es wäre….oder was passieren würde…
gar, wie die Leute staunen würden wenn ….
Mein Lieblingsfach in den ersten Klassen war Religion. Hier hatte ich das Gefühl, etwas wert zu sein. Hier denke ich, begann eigentlich meine Reise mit Gott. Ich glaubte nicht nur einfach, ich wusste, dass alles, was ich dort lesen durfte, gut für mich war.
Ich lernte, meine Trauer und meinen Trotz in den Griff zu bekommen. Ein liebevoller Mensch wollte ich werden und für alle, ein offenes Ohr haben.
Ich ging nun nicht mehr die kleinen Feldwege, um zur Schule zu gelangen.
Mutig reihte ich mich ein in die Kinderschar, die jeden Morgen die Dorfstraße entlangliefen.
Auch meine Schularbeiten versuchte ich so sauber zu erledigen, dass es egal war, ob sie in einem schönen Heft standen oder auf einem stibitzten Blatt Papier. Und ich begann zu lernen, aus allen Büchern, die ich in unserer kleinen Dorfbücherei bekommen konnte.
Damals musste man sich oft die Schulbücher teilen. Manchmal hatten zwei Kinder zusammen ein Rechenbuch. Man war darauf angewiesen, sich untereinander auszutauschen.
Ich lernte wie meine Klassenkameraden sehr früh, was es heißt, Kompromisse einzugehen.
Das alles hatte ich ganz alleine für mich. Meine Zeugnisse wurden immer besser und ich setzte mir in den Kopf, Klassenbeste zu werden. Im Schul- und Kirchenchor war ich sehr beliebt. Meine Schulkameraden ließ ich oft abschreiben, wenn sie nicht weiter wussten.
Das alles sprach sich in der kleinen Gemeinde herum. Ich war plötzlich nicht mehr nur ein Apfel. Ich wurde zu einem Teil der Gemeinde und meinen Namen kannte man auch.
Gerätselt wurde auch in der Verwandtschaft, wie so etwas möglich sei.
Keiner in meiner Familie war musikalisch oder las gerne.
Ich lernte, mit den Augen zu stehlen. Oft genug war ich bei einer Tante und sah ihr beim Kochen und Backen über die Schulter. Bei ihr war es immer sehr sauber und gemütlich.
Da mein zu Hause das Gegenteil war, versuchte ich alles Gesehene dort anzuwenden.
Ja, ich könnte jetzt noch Seiten weiterschreiben aber was ich eigentlich sagen wollte, ist,
dass ich ganz weit weg von meinem Stamm gefallen bin.
Ich habe keinerlei Ähnlichkeit mit dem Stamm oder dem Ast, von welchem ich gefallen sein soll. Ich habe meine Gedanken einmal niedergeschrieben, um anderen Menschen Mut zu machen. Wir sind keine Äpfel, die an unserem Stamm gemessen werden.
Das was wir aus uns selbst machen durch Erkennen und Umdenken ist alleine wichtig.
Erinnerungen von © Celine Rosenkind
22.01.2010, 15.56 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
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