Mein Wortkarussell

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Thema: gelesene, gefundene Perlen

Darin finde ich mich wieder....



Vor vielen Hundert Jahren, so erzählt man sich, trafen sich auf der Straße nach Athen zwei Dichter, und sie freuten sich sehr, dass sie sich sahen.
Und der eine dichter fragte den anderen: „Was hast du in letzter Zeit gedichtet, und wie steht es mit deiner Leier?“
Und der andere Dichter antwortete und sagte stolz: „Ich habe soeben das größte meiner Gedichte vollendet, vielleicht das größte das je in griechischer Sprache geschrieben wurde Es ist eine Anrufung des höchsten Gottes Zeus.“
Dann zog er ein Pergament aus seinem Mantel hervor und sagte; „Sie her, ich trage es bei mir und würde es dir gerne vorlesen. Komm, lass uns im Schatten dieser weißen Zypresse sitzen.
Und der Dichter las sein Gedicht. Und es war ein langes Gedicht.
Da sagte der andere Dichter freundlich: „Das ist ein großes Gedicht. Es wird Jahrhunderte überdauern, und es liegt kein künftiger Ruhm darin.“
Und der erste Dichter  sagte ruhig: „Und was hast du in letzter Zeit geschrieben?“
Un der andere antwortete: „Ich habe nur wenig geschrieben. Acht Verse nur , in der Erinnerung an ein Kind, das in einem Garten spielt.“ Und er trug die verse vor. Und der erste dichter sagte: „Gar nicht so schlecht, nicht so schlecht.“
Und so gingen sie auseinander.
Heute aber, nach zweitausend Jahren, werden die acht Verse des einen Dichters in allen Sprachen gelesen und sie werden zärtlich geliebt.
Und obwohl das Gedicht des anderen Dichters in Bibliotheken und Gelehrtenstuben die Jahrhunderte tatsächlich überdauert und man es nicht vergessen hat, wird es weder geliebt noch gelesen.

abgeschrieben aus dem Buch "Der Garten der Liebe" Worte des Propheten
von Khalil Gibran den ich mit seinen Werken sehr verehre...

Nickname 16.06.2015, 14.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unter keinen Umständen...





Ich will unter Umständen ein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen -
wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen,
nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein,
gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es
verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.

Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld
abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des
Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen;
lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die
dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen
Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen
milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken
und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und
zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint,
wenn ich sage:  Ich bin ein freier Mensch

Albert Schweitzer (1875-1965)

Nickname 03.06.2015, 13.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das große Treffen



Es war wirklich nicht mehr zu übersehen. Die Gefühle: sie wurden weniger. Zügig hatte ihre Zahl und gewaltig ihr Einfluss in den letzten Jahren abgenommen. So wurde beschlossen, eine Versammlung abzuhalten, um die Lage zu besprechen. Landeinwärts, landabwärts verbreitete sich die Nachricht, dass es ein Treffen geben sollte, schnell. Und so strömte in jener Nacht ein ganzes Heer von Gefühlen zum Versammlungsort, das sich unterdrückt, verdrängt, überspielt, versteckt, abgewiesen, ausgenutzt und auch diskriminiert fühlte.

Es soll an dieser Stelle einmal erwähnt werden, dass es grundsätzlich zwei Arten von Gefühlen gibt. Sicher höre ich jetzt so manchen sagen, „gute und schlechte!“ So wird es auch oft dargestellt und ich meine, dass diese Bewertung und Einordnung einmal eines der Themen auf der Tagung der Gefühle sein sollte. Richtig ist, dass es zwei Arten gibt. Jedoch nicht nur „gut und schlecht“ bilden den Unterschied, sondern „echt und unecht!“

Die Versammlung zu der in jener Nacht die Gefühle zusammenströmten, war ein Treffen der echten Gefühle, kurz die „Echten“ genannt. Ihre Aufgabe und Wirkung besteht darin, den Menschen wirklich lebendig sein zu lassen. Wenn ein Mensch seine echten Gefühle kennt, akzeptiert und den Mut hat, zu ihnen zu stehen, damit leben zu können, fühlt er sich stabil, wohl und gut. Das ist nicht misszuverstehen: Es gibt durchaus Konflikte in solch einem Leben.

In jüngster Vergangenheit breiteten sich ganz massiv „die Unechten" aus und schienen immer mehr Anklang zu finden, also die Gefühle die eigentlich nur Ersatz für die Echten waren.

Natürlich waren an diesem Abend der Echten, auch Spione von der anderen Seite vertreten: Sie sollten Informationen sammeln, um so gegebenenfalls Maßnahmen der Gesellschaft der Echten rechtzeitig unterwandern zu können. Für einen Unechten war es eine Leichtigkeit, sich unter die Echten zu mischen, da die Ersatzgefühle Meister in der Fähigkeit sind, als echt daher zukommen.

Doch nun wollen wir einmal hören, was es auf der Versammlung zu besprechen gab.

Eines der Echten eröffnete den Abend. "Liebe Mitgefühle! Kaum einem von uns ist es entgangen, dass wir, die echten Gefühle, immer weniger mit den Menschen zusammenkommen, angenommen werden und wirken können. Die Unechten, dieses scheinheilige Gesindel, dagegen sind gut im Geschäft. Sie mussten sich sogar dringend vermehren, um den Bedarf decken zu können. Auch haben sie äußerst erfolgreich eine Kampagne gegen diejenigen von uns durchgebracht, die nicht angenehm erscheinen und deshalb oft als negativ abgetan werden. Da werden mir die Geschwister Wut und Ärger, das Selbstvertrauen, der Ehrgeiz ebenso wie die Trauer, die Angst und Furcht und viele andere zustimmen; eben all jene, die angeblich nicht mehr gesellschaftsfähig und >angebracht< sind.

Lasst uns gemeinsam überlegen, ob wir etwas tun können, damit die Menschen tiefer fühlen, uns akzeptieren und dadurch auch selbst echter werden."

Es wurde eine lange Nacht.

Nach diesen einleitenden Worten meldete sich ein Gefühl zu Wort, groß und mächtig von Statur, jedoch verhärmt und verunsichert in der Ausstrahlung. "Ich bin Stellvertreter für die Wut. Wie unser liebes Mitgefühl einleitend ganz richtig sagte haben wir Wutgefühle immer weniger Gelegenheit, zum Ausbruch zu kommen. Wir können, ebenso wie der Ärger, den Menschen noch so sehr quälen, bedrängen- oftmals kommen wir damit nicht durch. Überall hört man auch, der Mensch soll sich im >Griff haben<, sich >zusammenreißen<, nur keine >Blöße< zeigen usw.."

Hier gab es zustimmendes Gemurmel und Applaus, denn die Wut hatte einen sehr wichtigen Punkt angesprochen, der fast allen Gefühlen Schwierigkeiten machte.

Durch die allgemeine Zustimmung sichtlich ermuntert setzte die Wut ihre Rede fort: "Meine Konkurrenten Zerstreuung, Unehrlichkeit, Heuchelei und wie sie alle heißen machen mir schwer zu schaffen.

Aber besonders besorgt bin ich darüber, dass ich unsere aller härtesten Gegner immer häufiger antreffe..." - Hier machte die Wut, deren Rede immer flammender wurde, eine Pause. - "Immer mehr begegne ich bei den Menschen der Angst, mit all ihren Varianten im Schlepptau, von der Feigheit über die Ungerechtigkeit bis hin zur Selbstaufgabe und Resignation.

Wenn ich auch noch so heftig tobe, so gelingt es den Menschen doch erstaunlich oft, mich zu unterdrücken und weg zustecken. Und es würde euch schaudern, wüsstet ihr, wie viele darauf auch noch sooo stolz sind..."

„Stolz sind! Das glaubst du doch wohl nicht wirklich! Meine liebe Wut, wenn ich auch all deinen bisherigen Ausführungen zustimmen kann, hier muss ich einhaken“, meldete sich hoch erhobenen Hauptes ein Vertreter des Stolzes. „Wir wissen wohl alle, dass es sich hier um den falschen Stolz handelt, der von den Unechten so eifrig angepriesen wird. Wirklichen Stolz kennen doch nur die wenigsten.“

„Sicher, da muss ich dir zustimmen“, räumte die Wut ein. „Ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt. Auch mir ist lange kein Mensch mehr begegnet, der wirklich stolz war. Wie ich schon sagte, sind die meisten angepasst.“

Und so fuhr die Wut fort, „das Ärgste ist, ich bin sicher, dass die meisten Menschen so weit von ihren echten Gefühlen entfernt sind, sich gare nicht wohl fühlen.“

"Da kann ich nur zustimmen, leider..." meldete sich ein sehr zart und zerbrechlich anmutendes Gefühl zu Wort. "Ich bin die Liebe" sprach es, "und wenn ich euch erzähle, was die Menschen mir, und damit sich selbst antun, wird noch deutlicher, wie schlimm und bedenklich die Situation ist. Fast immer wenn ich auftauche, ist das ja - das wird hier niemand abstreiten - ein erfreuliches Erlebnis. Wie oft werde ich herbeigesehnt, gewünscht und sogar besungen. Aber bald schon - oft stehe ich fassungslos davor, wie schnell gibt es Probleme, - Probleme, die daraus entstehen, dass die meisten Menschen mich gar nicht richtig verstehen.

Liebe verspüren heißt für viele, Ansprüche stellen zu können, den anderen zu formen und lenken zu wollen, ihm Vorschriften machen zu können uws.. Na ja ihr kennt das ja alle. Es gibt Tausende von Varianten, die die Menschen erfinden um sich zu quälen. Und so fühle ich mich manchmal machtlos und gerupft durch die Eifersucht und die daraus entspringende Unehrlichkeit und Intrige. Diese Scheingefühle haben die Unechten ja nur zu gut eingeführt."

Die Stellvertreterin der Liebe machte eine Pause und tat einen tiefen Seufzer. "Ihr könnt bestimmt nachfühlen, wie mir zumute ist, wenn ich bei zwei Menschen erwacht bin und wenn sie mich dann- nach den Phasen der Eifersucht, der Gewöhnung, der Unehrlichkeit und Feigheit - zerstören. Und sollten sie sich abfinden, dann fristen sie ihr Leben in Anpassung und Selbstaufgabe nebeneinander her vor dem Fernsehgerät, oft angefüllt mit Alkohol und Tabletten oder anderen Drogen.

"Meine liebe Liebe", sagte da eine leise, aber doch auffallend feste Stimme, "du sprichst bei diesen Menschen von >sich abgefunden haben< und von >Selbstaufgabe<. Wenn dem wirklich so wäre, dann wäre das ja nicht so schlimm, aber im allgemeinen herrschen auch hier die Unechten. Es handelt sich um die Resignation und die Lüge.

Was den Alkohol, die Tabletten und all den anderen Ersatz betrifft, gebe ich dir natürlich recht", seufzte die Demut. „Wie sollten sie es denn auch sonst ausschalten“, warf die Enttäuschung ein. „Ihr glaubt kaum, wie oft wir, gerade wir. Die Enttäuschung, der Schmerz, die Trauer und die Wut, durch diese Mittelchen verdrängt werden sollen!“

„Und dann glauben die Menschen auch noch, sie hätten mich erreicht“, maulte die Zufriedenheit. „Nichts haben sie erreicht, außer billigem Ersatz und Selbstbetrug“, fügte sie unzufrieden hinzu.

So ging es die ganze Nacht hindurch. Die Spitzel von der Gegenseite machten sich eifrig Notizen.

Der Egoismus beschwerte sich lang und eindringlich über die Diskriminierung, die ihm seit langem widerfuhr: "Wenn die Menschen aus lauter Angst vor mir nur noch sich anpassen, gegen sich leben und dann zwangsweise hinterhältig und intrigant werden, kann ihnen das ja letztendlich einfach nicht gut tun. Wie oft stehe ich dem hilflos gegenüber." endete er schließlich leise.

Die Zuneigung, die Verantwortung, die Geborgenheit, der Hass, die Neugier und der Ekel, sie alle meldeten sich zu Wort. Nur noch die lange Rede des Selbstvertrauens will ich wiedergeben. Was die anderen zu berichten hatten, wissen wir eigentlich alle selbst: Wir wissen es, wenn wir ganz ehrlich zu uns sind.

Der Stellvertreter des Selbstvertrauens war der vorletzte Redner. „Liebe versammelte Gefühlswelt“, begann er vorsichtig. „Es soll keine Protzerei sein, aber ihr wisst alle, welchen Stellenwert ich in unserer Welt und bei den Menschen habe. Oftmals bedarf es erst meiner, damit andere Gefühle eine echte Basis, eine Chance haben – und der Mensch auch.“

Hier gab es wieder einmal Zustimmung. Das Selbstvertrauen, seines Standes gerecht werdend, brauchte diese zwar nicht, freute sich aber doch darüber und fuhr fort: „Weil ich und alle meine Kollegen aber so wichtig sind, begegnet uns ein relativ neues Problem: Die Gegenseite hat uns zu einem Modewort kreiert. Das hat ausgesprochen fatale Folgen. Wir wissen alle, dass viele Menschen, um uns als Gefühl aufzubauen, manchmal Hilfe von anderen brauchen. Das ist sehr ernst zu nehmen. Seit aber die Unechten es geradezu modern gemacht haben, Selbstvertrauen zu üben, Selbstverwirklichung zu suchen, Selbstbehauptung zu trainieren oder wie immer sie das nennen und verpacken, gibt es ein solches Überangebot an angeblichen Wegen zum „Seelenheil“ und ein solches Durcheinander, dass die Menschen überhaupt nicht mehr Bescheid wissen und vom echten Selbstvertrauen sehr weit entfernt sind oder ihnen manchmal der letzte Rest geraubt wird.

Die Unechten verdienen daran sehr gut und stellen einfach alle wirklichen echten Bemühungen, Selbstvertrauen zu erlangen, als veraltet hin.

Es ist sogar soweit gekommen, dass Menschen, die wirklich Hilfe suchen (Hilfe brauchen ja noch viel mehr), sich verunsichern lassen und nun auch bald meinen, Selbstvertrauen könne man ihnen einsetzen wie einen Herzschrittmacher oder wie Zahnersatz einbauen oder aufkleben wie ein ABC-Pflaster.

Und schon sind diese Menschen wieder da, wo sie schon einmal gescheitert sind, sie legen die Verantwortung für ihr Wohlbefinden in andere Hände ... und wo, bitte, bleibe ich da!?“ schloss das Selbstvertrauen.

Wie schon gesagt, es wurde eine lange Nacht

Die Gefühle, so unterschiedlich sie auch sind, kamen am Ende überein, dass sie es auf gar keinen Fall noch einmal riskieren wollten, die Menschen für eine Nacht zu verlassen, um weitere Versammlungen abzuhalten.

Wie Beobachter berichteten war zuviel in dieser Nacht passiert, als die Menschen einmal ohne echte Gefühle waren. Gott sei Dank war es nur eine Nacht, aber die Verantwortung trat ganz entschieden dafür ein, dass ein weiteres Treffen ein zu großes Risiko sei, weil die Menschen damit völlig von den Gefühlen verlassen seien. Angst und Furcht malten darauf beeindruckend aus, was hätte geschehen können, hätte dieses Treffen tagsüber stattgefunden.

Somit hatte die Hoffnung das Schlusswort. "Wenn wir Echten uns nur in der Nacht wegstehlen können und uns sicher sind, es gäbe eine Katastrophe, wären wir einen Tag nicht da, dann können wir sicher davon ausgehen, dass die Unechten uns zwar kurzfristig ersetzten können, auf Dauer aber nie. Dazu sind wir zu tief im Menschen verwurzelt.

Wir Echten gehören einfach zum Menschen und in diese Welt. Wir sind nicht unter den Tisch zu diskutieren, und wir müssen uns verstärkt durchsetzen, bei den Menschen konsequent bemerkbar machen, damit sie aufwachen und ihre Chancen wahrnehmen.

Manchmal wird es ihnen wehtun, und sie werden lange brauchen, bis sie uns wieder zulassen und unseren Wert erkennen, und sie werden zu kämpfen haben mit denen, die länger schlafen und sich den Unechten hingeben. Aber ich bin mir sicher, das wir letztendlich den Sieg davontragen." so endete die Hoffnung.

Sie erhielt Beifall, wenn auch nur geteilten. Und ebenso geteilt war die Stimmung, als die langsam auseinander strömten. Der Morgen graute. Viele waren sich nicht sicher, ob sie sich durchsetzen können, weil die Konkurrenz durch die Unechten sehr groß war. Andere vertrauten auf ihre Ursprünglichkeit, die einfach Gültigkeit hat.

Einig jedoch waren sie sich, dass sie als Gefühle dem Menschen zwar beistehen können, dass sie aber nicht allein für ihn und sein Wohlbefinden verantwortlich waren. Das ist der Mensch mit seinem Verstand im gleichen Maße. Und gerade auch dieser Verstand ist ein ernstzunehmender Gegner, wenngleich er ursprünglich als Partner der Gefühle gedacht ist. Die Unechten gehen jedoch in der Regel über den Verstand. Sie hatten das Denken des Menschen schon zum Teil erobert, was ein weiteres Hindernis für die Gefühlswelt darstellte.

Die Gefühle trennten sich mit dem festen Vorsatz, sich weiterhin in den Menschen bemerkbar zu machen und niemals aufzugeben.

Hast du es auch schon gespürt?

Der Verfasser ist unbekannt

Nickname 10.05.2015, 14.59 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Als ich ....


Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, nicht gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man Authentisch-sein.

Als ich mich selbst zu lieben begann.
Habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: Das nennt man Reife.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: Das nennt man Ehrlichkeit.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: Das nennt man Demut.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben!

geschrieben von ©Charlie Chaplin

Nickname 29.04.2015, 15.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Seinen eigenen Weg gehen

Ein König rief einen heiligen Mann zu sich, der durch sein Land wanderte, und fragte ihn, wer Gott sei.
“Gott ist Vergebung, und wir sollten versuchen, es ihm gleichzutun”, antwortete der heilige Mann.

Begeistert und in der besten Absicht, sein Verständnis der spirituellen Welt zu verbessern, bat der König den heiligen Mann, in seinem Schloss zu leben und ihm zu helfen, Gott ähnlicher zu werden. “Ich danke Euch”, sagte der heilige Mann. “Aber was werdet Ihr tun, Majestät, wenn Ihr seht, wie ich Eure Tochter küsse?”

“Unterstehe dich ! Ich werde meine Wachen rufen, damit sie dich umgehend festnehmen”, sagte der König wütend.

“Während ich durch die Natur wandere, sieht mich Gott hundert Sünden am Tag gehen und schenkt mir weiterhin seine Liebe. Warum sollte ich diesen “König”, der mir verzeiht, gegen einen eintauschen, der mich für etwas festnehmen will, was ich noch gar nicht getan habe?
Ihr habt mich um eine Erklärung gebeten, Majestät, habt sie mit den Ohren gehört, sie aber nicht in Eure Seele gelassen. Geht Ihr Euren Weg weiter, ich werde meinen fortsetzen.”

Paulo Coelho

Nickname 16.11.2012, 12.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Palme



Die Palme

Am Rande einer Oase stand eine junge Palme. Sie war ausgesprochen schön gewachsen, grazil und anmutig. Voller Bewunderung schauten Menschen und Tiere oft zu ihr auf und erfreuten sich an ihr.

Eines Tages jedoch kam Ben Sadok, ein finsterer Typ vorbei, der hegte gegen alles Schöne und Gute einen tiefen Groll. Er sah die Palme an und er missgönnte ihr ihre Schönheit dermaßen, dass er ihr einen schweren Stein in die Krone legte. Er meinte, das Leben sei nicht gut zu ihm gewesen, dann sollte auch die Palme kein schönes Leben haben: Der Stein sollte ihre Anmut und Schönheit zerstören und die Palme zu einem kümmerlichen Dasein zwingen. Voller Bosheit und verächtlich lachend ging er davon.

Schockiert und traurig über soviel Hass, Neid und Bosheit konnte sich die Palme kaum rühren, zumal der schwere Stein sie sehr schmerzte. Als die erste Erstarrung nachließ, schüttelte und bog sie sich und versuchte, die Last abzuwerfen. Doch alles war vergebens. Beinahe wäre sie zugrunde gegangen. So grübelte sie über den Sinn des Lebens nach, über Schmerz und Leid. Verzweifelt wünschte sie sich schon den Tod herbei.

Doch dann plötzlich spürte sie eine in der Tiefe verborgenen Wasserader und sie krallte sich fest in den Boden, schickte ihre Wurzeln so tief es nur ging in die Erde. Die Gedanken an die Kraft der Sonne und an das erquickende Wasser gaben ihr neuen Mut, und ihr Herz wurde von Hoffnung gestärkt.

Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut aus der Höhe halfen dem jungen Baum, trotz seiner schweren Last eine königliche Palme zu werden. Sie wuchs empor und stemmte dabei mit aller Kraft den schweren Stein hoch und höher.

Die Jahre vergingen und aus der zarten Palme, die die Herausforderung, mit dem Stein zu leben angenommen hatte, wurde die größte, stärkste und schönste Palme der ganzen Oase.
Schließlich trug sie auch reichlich Früchte, die von der Sonne verwöhnt wurden und so zu guten und reifen Früchten heran wuchsen.
Diese Früchte schenkte die Palme allen, die sie mochten und die sie so bewundert hatten.

Nach mehr als 30 Jahren kam nun der üble Ben Sadok wieder vorbei. Schadenfroh wollte er den verkrüppelten Baum sehen, den er, wie er meinte, verdorben hatte.
Er suchte ihn, fand ihn aber nicht.

Da neigte die stolze und höchste aller Palmen ihr Haupt, zeigte ihm den Stein und sagte: "Ben Sadok, ich danke dir, dass du mir diese Last auferlegt hast. Nur durch sie konnte ich so stark werden".


ein Märchen aus Afrika
   

Nickname 11.11.2012, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Frieden

Friede

Der erste Friede,
der wichtigste ist der,
welcher in die Seelen der Menschen einzieht,
wenn sie ihre Verwandtschaft,
ihr Eins sein mit dem Universum begreifen
und inne werden,
daß im Mittelpunkt der Welt
das große Geheimnis wohnt,
und daß diese Mitte tatsächlich überall ist.
Sie ist in jedem von uns.
Dies ist der wirkliche Friede,
alle anderen sind lediglich
Spiegelungen davon.

Der zweite Friede ist der,
welcher zwischen Einzelnen geschlossen wird.
Und der dritte ist der zwischen Völkern.
Doch vor allem sollt ihr verstehen,
dass es nie Frieden
zwischen Völkern geben kann,
solange nicht der erste Friede vorhanden ist,
welcher, wie ich schon oft sagte,
innerhalb der Menschenseelen wohnt!

Hehakà Sapa, Ogallal-Sioux

Nickname 05.11.2012, 17.28 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Woher....



Liebste Zwiebel, woher weißt du, daß Frühling ist? Vor einem Jahr, da holte ich dich ins Zimmer und legte dich ins Regal, in den Schatten eines Buches. Nichts machte ich mit dir, überhaupt nichts. Ich wartete nur. Vielleicht auf die Stunde, da du mir schmecken würdest ...
Ein ganzes Jahr lagst du da. Und nun - auf einmal wachst du auf. Du hast keine Sonne gesehen. Du hast kein Wasser bekommen, nichts außer meinem liebevollen Blick. Jetzt, auf einmal kommst du hervor, um mir zu sagen: Es ist Frühling.
Wer hat das in dein Herz geschrieben? Ich will dem Unsichtbaren danken, der dich programmiert hat, der dich in aller Stille so intensiv leben läßt. Ein Wunder! Man mag es wissenschaftlich in allen Einzelheiten analysieren, aber das Wunder wird dadurch nicht aus der Welt geschafft, ebensowenig wie die Botschaft, die du mir bringst: Es ist Frühling.
© Phil Bosmans, (*1922)

Nickname 12.03.2012, 15.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Geschichte der kleinen Welle

Es war einmal eine kleine Welle.

Tief in ihrem Innern war sie sehr unglücklich und klagte: "Ich fühle mich so schlecht. Die anderen Wellen sind so groß und so stark, während ich nur so klein und schwach bin. Das Leben ist ungerecht!"

Zufällig kam eine große Welle vorbei.

"Ich habe deine Worte gehört." sagte sie. "Dir geht es so, weil du noch nicht deine wahre Natur erkennst. Dir geht es schlecht, weil du denkst, dass du nur eine kleine Welle bist, aber das ist nicht wahr."

"Was sagst du da?" fragte die kleine Welle. "Natürlich bin ich eine Welle" Schau, hier ist meine Krone und das hier ist mein Wellenschlag. Ich bin klein, aber ich bin eine Welle!"

"Was du als "Welle" bezeichnest, ist nur deine Form. Du bist in Wahrheit Wasser. Wenn dir gelingt, zu verstehen, dass du nur eine zeitlang eine Welle bist, aber immer Wasser sein wirst, wirst du nicht mehr unglücklich sein."

"Aber wenn ich Wasser bin, was bist dann du?"

"Auch ich bin Wasser. Ich habe für eine kurze Zeit die Form einer Welle, die größer ist als du. Aber meinem Wesen nach bin ich Wasser. Ich bin du und du bist ich. Wir sind beide Teile eines großen Ganzen."

nach Xin Zhou Li, aus dem Buch "Wenn das Leben schmerzt"

 

Nickname 15.05.2011, 15.20 | PL

Das Monument

Das Monument

Gott, bevor er seine Kinder zur Erde sandte, gab jedem von ihnen ein sehr sorgfältig ausgewähltes Paket von Problemen.

Diese, versprach er lächelnd, gehören alleine dir. Kein anderer wird die Segnungen haben, die diese Probleme dir bringen werden.

Und nur du hast die speziellen Talente und Fähigkeiten, die nötig sein werden, um diese Probleme zu deinen Dienern werden zu lassen.

Nun geh hinab zu deiner Geburt und zu deiner Vergesslichkeit. Wisse, dass ich dich liebe über alle Maßen...

Die Probleme, die ich dir gab, sind ein Symbol für diese Liebe. Das Monument, das du aus deinem Leben machst, mit der Hilfe deiner Probleme, wird ein Symbol deiner Liebe zu mir sein.


©Anthony de Mello

Nickname 15.05.2011, 15.04 | PL

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Auf meinem Blog ...doch dann kam Emma ist dieses
Samtpfötcheneingezogen.



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An meinem Lebensufer schreibe ich über alles was mich in meinem Alltag bewegt, kleine Begebenheiten die  sich nicht in Reime pressen lassen. Hier schreibe ich direkt aus dem Bauch, frei weg unter dem Motto; dem Leben über die Schulter geschaut, ganz ICH, ganz ohne Schnick-Schnack; Celine pur



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Meine neuen Kinderseiten beherbergen das Buchwussel sowie Geschichten und Märchen... Zwar brauche ich noch ein wenig Zeit alles auszupacken aber
vorbeischauen lohnt sich bestimmt. Auch hier lade ich zum lesen ein...



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