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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Prosa
Lebenszeit
Lebenszeit
Wie ich sie hasse, diese weißen sterilen Räume,
in diesen kasernenartigen Bauten, die man Hospiz nennt.
Nun liegst du hier, hilflos mit großen flehenden Augen
in welchen ich lesen kann wie in einem Buch was so vertraut.
Warum hast du nicht auf mich gehört, würde ich dich jetzt so
gerne fragen obwohl ich doch weiß, wie sinnlos das wäre.
Immer bist du durch das Leben gerannt, auf der Jagd nach Geld
und Ruhm. Zeit zum leben, hast du dir niemals genommen, nein
du hast das was man Leben nennt, nicht begreifen wollen.
Wie ich sie hasse, diese weißen sterilen Räume
in diesen kasernenartigen Bauten, die man Hospiz nennt.
Nun sitze ich an deinem Bett um deine welke Hand zu halten
und ich lese dir vor von Sonnenuntergängen die du nie bewundert,
von Gefühlen die wir Menschen Liebe nennen, von all jenen Dingen
für die du dir nie Zeit genommen. Deine Bemühungen zu reden treiben
mir Tränen in die Augen während ich deine sanft trockne.
Was würde ich dafür geben wenn ich nur ein wenig Zeit - Lebenszeit für
dich borgen könnte.
Wie ich sie hasse, diese weißen sterilen Räume
In diesen kasernenartigen Bauten, die man Hospiz nennt.
Wie gerne hätte ich dir alles gesagt was ich mich nie getraut denn
gewichen ist die Angst welche mir jahrelang die Kehle abschnürte.
Gewichen wie der Ausdruck in deinem Gesicht welcher rechthaberisch,
höhnisch und zynisch Gespräche im Keim erstickte.
Wie hilflos du aussiehst und ängstlich. Das warten auf den letzten Atemzug
ist unerträglich – von dir heiß ersehnt, gefürchtet von mir.
Wie ich mich hasse, dass ich diese Verschwendung zugelassen habe.
Eine ganze Lebenszeit geht ungenutzt dem Ende entgegen.
Ein tiefer Seufzer reißt mich aus meinen Gedanken.
Ich schließe dir die Augen und öffne das Fenster um deine Seele fliegen zu lassen mit
den Worten: “Wir sehen uns in einem anderen Leben!“
Urheberrecht Celine Rosenkind

22.11.2009, 17.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Herbstspaziergang

Der Herbst hatte uns eine
Einladung geschickt.
Sein Briefpapier, ein buntes Blatt getragen
von seinem besten Freund, dem Wind.
Ungeduldig piff er seine Botschaft durch die Fensterritzen
begleitet von der Sonne, deren Strahlen an Wärme bereits
verloren haben.
Ich liebe diese Zeit im Jahr,
wenn Sonnenstrahlen, anders als sonst,
die Schönheit der müden Natur beleuchten,
die Zeit, wo die Herbststürme über das Land fegen,
Lese halten, um das was reif an Bäumen und Büschen
zu Fall zu bringen.
Mit unseren kleinen Sorgen im Gepäck und
festem Schuhwerk machten wir uns auf
zu unserem Lieblingsplatz,
den drei Windmühlen, oben auf unserem Berg.
Die Luft roch anders als sonst,
Kühe und Pferde tobten über die Wiesen als wüssten
sie, dass diese Zeit bald zu Ende sein würde für dieses Jahr.
Wir besuchten unsere so wohl vertrauten Tannen,
schauten in die hohen Wipfel, durch die der Herbstwind rauschte.
Es klang wie eine wunderschöne Musik.
Eichhörnchen huschten emsig in den Ästen, um sich auf den Winter vorzubereiten.
Die großen Ameisenhaufen waren nicht mehr so bevölkert,
und doch blieben wir wie immer stehen, um sie zu bewundern.
Das geschäftige Treiben war vorbei.
Wie klug die Natur das doch alles eingefädelt hat,
staunten wir.
Wir entdeckten eine kleine Höhle, die uns noch nie aufgefallen war,
rätselten wer da wohl wohnen würde.
Hagebutten am Wegesrand leuchteten in der Herbstsonne.
Der Herbst, ein wahrer Künstler mit einen Farbkasten, dessen Farben wohl
einzigartig sind.
Es gab so viel zu bestaunen, während wir Rast machten
auf unserem Berg mit den drei Windmühlen, um ins Tal zu schauen.
Voll von Bewunderung und in unseren Herzen Dankbarkeit und Liebe.
Staunend erkannten wir, wie sehr sich unsere Heimat, das "Bergische Land",
schon auf den Herbst eingestellt hatte.
Unsere Sorgen waren wie weggeblasen, der Herbstwind hatte sie weggetragen-
während die Sonnenstrahlen unsere Herzen wieder froh gemacht hatten!
Ich sah in deine Augen.. und da waren sie wieder, diese kleinen Sternchen,
dieses spitzbübische Funkeln, was ich, so sehr an dir liebe.
Nach einem langen Kuss traten wir den Heimweg an,
um uns köstlich bei einem heißen Kaffee zu amüsieren,
während am Nachbartisch,
drei alte Damen vergeblich den Kampf zwischen Pflaumenkuchen essen
und Wespen vertreiben führten.
Von uns aus, kann er kommen der Herbst.
In der Natur und in unserem Leben.
Wir werden unsere schönen Erlebnisse hervorkramen
und so kommen wir gut durch den Winter.
Zwei Menschen, die sich wie die Natur auf
einen großen Schlaf vorbereiten, und sich
dennoch auf den nächsten Frühling freuen.
Urheberrecht Celine Rosenkind
24.09.2009, 13.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Mann ohne Gesicht
Der Mann ohne Gesicht
Damals in jener Zeit,
als ich ungeduldig darauf wartete,
dass eine große wundervolle Liebe
meinen Weg kreuzen würde,
träumte ich von dir jede Nacht, so intensiv,
dass ich nicht mehr aufwachen wollte;
von dir dem Mann ohne Gesicht.
Es war immer der gleiche Traum,
in welchem wir uns regelmäßig trafen
wie, zu einem heimlichen Rendezvous
Wir bauten eine Hütte
aus ungeformten, scharfkantigen
Felssteinen, die wir versuchten,
mühsam aufeinander zu stapeln.
Noch heute merke ich,
wenn ich daran denke,
die Kraft, die Anstrengung
die ich empfand tief in mir.
Dann diese Freude,
wenn wir es geschafft hatten,
uns um den Hals fielen,
dieses Glücksgefühl,
was ich nach dem Erwachen
mit keinem Menschen teilen wollte.
In deinen Armen fühlte ich mich geborgen
ich liebte dich , den Mann ohne Gesicht.
Dich mit in meinen Alltag zu tragen,
verlieh mir ungeahnte Kräfte.
Ich trotzte allen Widrigkeiten,
die mir das Leben schwer machen wollten.
Lernte, mich auf die Dunkelheit zu freuen,
auf meinen Traum , meine Rendezvous mit dir,
dem Mann ohne Gesicht.
Du und ich haben
viele Jahre miteinander verbracht,
wir haben ganze Siedlungen
von Hütten aus Felsbrocken gebaut.
Ich traf dich,
wann immer ich Sehnsucht hatte,
wann immer ich dich brauchte.
Wenn man mich zu sehr verletzte,
flüchtete ich mich
auch am hellen Tag in deine Arme!
Tagträume mit dir,
dem Mann den ich liebte,
dem Mann ohne Gesicht.
Dann kam er,
dieser große unvergessliche Tag,
der alles schlagartig veränderte!
Ich begegnete einem Wunder,
einer Liebe so groß, so gewaltig,
die mir meine Sinne raubte.
Von da an,
beherrschte meine Liebe zu IHM
mein ganzes Ich!
Ich habe nie wieder von dir geträumt,
dem Mann, mit dem ich Hütten
aus Felsgestein baute,
dem Mann ohne Gesicht.
Wortlos bist du verschwunden
aus meinen Träumen,
aus meinem Leben!
Merkwürdig, wenn ich den Mann,
den ich liebe anschaue,
sein Gesicht sehe,
in seinen Augen diese Zärtlichkeit lese,
dann ist mir,
als würde ich dich in ihm wieder finden.
Wir haben unsere Zukunft,
unser Haus auf einen Felsen gebaut,
auf einen Felsen, so stark wie unsere Liebe,
so groß wie unser Vertrauen!
Viele Felssteine mussten wir
aus dem Weg räumen,
kantige Hindernisse,
um das Ziel zu erreichen!
Ich habe IHM oft erzählt
von meinem Traum,
mit dem Mann, den ich liebte.
Dem Mann, mit dem ich Hütten
aus Felsgestein baute;
Dem Mann ohne Gesicht!
Urheberrecht Celine Rosenkind
05.08.2009, 14.15 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Gelebtes Leben
Gelebtes Leben
Es war an einem dieser wundervoll sonnendurchfluteten Tagen.
Alles schien perfekt, meine Stimmung war der Natur angepasst.
Hochsommer in meiner Seele, hoffnungsvoll, zuversichtlich überlegte ich meine Ziele die ich mir gesteckt.
Während ich zufrieden mit mir so vor mich hinträumte, genüsslich meinen Kaffee schlürfte, kam SIE in unseren Garten, warf sich auf den Stuhl, der mir gegenüberstand, und begann nervös in ihrer Hosentasche zu kramen.
„Verdammt, ich habe sie doch eingesteckt oder doch nicht,“ flüsterte SIE verärgert.
Resigniert saß SIE mir gegenüber, die Frau, die ihr Leben bereits gelebt und für die alles hier auf Erden keinen Sinn mehr machte.
Unbehagen machte sich in mir breit wie das bei mir eben so ist, wenn ich in Gesellschaft von negativen Menschen bin.
Dabei hatte ich mir doch vorgenommen, ganz fest vorgenommen, IHR zu sagen, wie sehr mich diese Gespräche mit IHR belasten. Mir gar die Luft zum Atmen nahmen.
Nur, wie sollte ich das IHR antun. Ihr, dieser Frau, die das Leben bereits gelebt hatte?
Ihr, die ich weder für die Natur noch den Sommer begeistern konnte, weil sie das schon zu oft erlebt als langweilig empfand?
Ihr, die sich über Kinderlachen und Hundegebell genau so wenig freuen konnte, wie über einen kleinen Blumengruß, der meinen Frühstückstisch zierte?
Es ist wirklich nicht leicht mit Menschen, die ihr Leben bereits gelebt, und damit abgeschlossen haben.
Auch sei Sex in ihrem Alter so was von öde - versuchte sie mir an diesem Sommermorgen eindringlich zu erklären.
Dass es keine Liebe gäbe, davon versuchte sie mich lauthals zu überzeugen, obwohl ich doch zuhörte - IHR doch gar nicht dazwischen geredet habe.
Hoffnungslos sei die Lage in unserem Land, weil wir doch so viele soziale Ungerechtigkeiten hätten.
Ich kam mir dumm und unerfahren vor und doch,
vielleicht werde ich das ja auch so sehen,
wenn ich mein Leben gelebt habe, wer weiß das schon?
Die Worte: „Na, dann geh ich mal wieder und vergiss die Feier zu meinen 21. Geburtstag nicht,“ rissen mich aus meinen Gedanken.
Während ich dieses „Bis bald" erwiderte, versuchte ich mich zu erinnern, wie das den damals
bei mir gewesen ist, damals... vor 38 Jahren
Urheberrecht Celine Rosenkind
29.07.2009, 19.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Auf dem Flohmarkt
Auf dem Flohmarkt
Gefühle verstaubt, in alten Kartons begraben
zum Wühlen für ein paar Cents frei gegeben und doch
ist jedes kleine Ding ein Zeitzeuge.
Die Kaffeekanne, von Tante Gisela,
welche zur Hochzeit einst geschenkt und zu hässlich befunden
auf dem Dachboden verstaubte, jetzt ist sie hier gelandet!
Könnte sie reden, würde sie uns verraten,
was aus diesem einst jungen Glück geworden ist.
Ein alter verschnörkelter Kerzenleuchter aus Zinn,
wohl einst benutzt um schummriges Licht mit wechselnden Kerzen,
einem Liebespaar in einer kleinen Dachkammer zu spenden,
ihnen beim Liebesspiel zuzusehen – hier gefunden
und ich kaufe ihn für 20 Cent.
Alt ist der Teddy, zerzaust mit dicken Knopfaugen,
Stroh wird sichtbar an seinen zerschlissenen Stellen, welche von
Liebkosungen kleiner Hände zeugen und ich lasse mich ein auf ein Zwiegespräch
zwischen ihm und mir, zwischen uns die Zeit, in welcher er geliebt wurde.
Dann, je unterbrochen, ganz ohne Vorwarnung,
reißt eine grobe Männerhand
ihn hoch, um ihn einer grell geschminkten Dame, eingehüllt in dicken Pelz
zu übergeben.
Bedauernd sehe ich ihm nach, welch Schicksal mag ihn wohl erwarten?
So lauf ich oft von Stand zu Stand, hab manches Kleinod schon eingeheimst,
zu kleinen Preisen.
Dinge, die ich jetzt mein Eigen nenne.
Mein Herz hängt an all diesen Zeitzeugen und doch
jetzt, wo auch für mich der Herbst des Lebens angebrochen ist,
frage ich mich mehr denn je,
wo werden sie landen –
meine kleinen gesammelten und erworbenen Kostbarkeiten –
meine Zeitzeugen!
Auf dem Flohmarkt,
verstaubt gegen ein paar Cents, in alten Kisten,
Händen zum Wühlen frei gegeben?
Zeitzeugen meines Lebens
© Celine Rosenkind

15.07.2009, 17.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ein besonderer Brief
Aufforderung an einen geliebten Menschen
Sehr geehrter Empfänger dieses Briefes!
Solch eine Aufforderung werden Sie nie wieder bekommen. Denn es ist Ihre letzte Chance.
Ich fordere Sie hiermit auf, einmal in die verstaubte Ecke Ihres Herzens zu sehen.
Da stehe ich, längst eingestaubt zusammen mit der Liebe, dem Glauben und der Hoffnung --- Ihr Leben!
Irgendeinmal haben Sie sich entschlossen, uns nicht mehr in Anspruch zu nehmen.
Irgendeinmal verstummte Ihr Lachen und Traurigkeit zog in Ihr Herz ein.
Irgendeinmal haben Sie sich entschlossen, innerlich zu sterben.
Aber es gibt uns noch und wir haben lange beratschlagt,
was wir, dagegen tun können.
Deshalb heute dieser Brief.
Wenn Sie einmal über sich nachdenken,
werden Sie feststellen, dass wir Recht haben.
Deshalb fordern wir Sie letztmalig auf uns endlich zu entstauben und in Anspruch zu nehmen.
Die Liebe, den Glauben und die Hoffnung.
Mit freundlichen Grüssen und offenen Armen
erwarte ich Sie
Ihr Leben
© Celine Rosenkind
15.07.2009, 16.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Glücksgefühle

Meine Glücksgefühle
Wenn das Tal noch im Morgendunst verborgen,
die Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen
Finsternis unseres kleinen Waldes ruht und nur einzelne
Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, dann bin ich glücklich.
Im Einklang mit der Natur zu sein, ist ein unbezahlbares Glücksgefühl.
Im Gras zu liegen und dem immer lebendigen, quirligen kleinen Bach
zuzuschauen, erkennen wie viel kleine Lebewesen sich zwischen den
Grashalmen tummeln, sich am Gesang der Vögel erfreuen können,
das ist für mich jeden Tag aufs Neue ein Geschenk.
Aber auch die grauen und trüben Tage haben soviel Schönheit.
Das Prasseln des Regens, das Betrachten dieser kleinen Regentropfen
wenn sie von den Fensterscheiben purzeln, der Bass des Donners und das Leuchten des
Blitzes , alles Teile eines großartigen Planes.
Mittendrin darf ich sein und staunen. Dankbarkeit im Herzen und voller Ehrfurcht
für das Prinzip, welches all das geschaffen.
Über viele Dinge aber schweige ich, sammle sie mit den Augen ein denn
man kann vieles nicht in Worte kleiden.
Ich stelle immer wieder fest, dass unausgesprochene Momente, schweigend im Herzen
aufbewahrt es sind, die uns auch in den schlimmsten Zeiten, ein Lächeln auf die Lippen
zaubern. Das sind für mich die Zinsen meiner geheimen Güter, Früchte die sie getragen haben.
Urheberrecht Celine Rosenkind
02.07.2009, 11.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL
| 2010 | ||
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| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 |
Nicht nur
nach Kalendertagen
planen,lachen,
lieben,scherzen,
lasse dich
durchs Leben tragen,
mit Datenspeicherung
im Herzen
© Celine Rosenkind
Glückmomente sammle ich
lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen
© Celine Rosenkind

Ganz privat erlebt man mich :

Gefühle muss man sorgsam hegen
mit Liebe wie mit Ehrlichkeit
es ist ein gar aufwendiges Pflegen
doch sicher ist´s es lohnt die Zeit
©Celine Rosenkind

Ist der Himmel grau
und trübe
glaub mir nur
die Sonne scheint
vom Strahlen ist sie
manchmal müde
wie auch ein Mensch
der einmal weint
© Celine Rosenkind


in Tagen: 430
















